Schwerhörigkeit und Demenz?

Schwerhörigkeit und Demenz?

„Ja. Ja, das werde ich machen.“ Damit schlägt er die Zeitung zu, steht auf und geht zum Telefon. Er wählt die Nummer aus dem Artikel und vereinbart einen Termin. Glücklich, das gelesen zu haben, nimmt er sich nun einen Kaffee und eine weitere Zeitschrift.

Je früher, desto besser Demenz vorbeugen

Peter ist Mitte 50. Er ist Angestellter in einer Bank und sehr beliebt bei seinen Kollegen und Kunden. Denn Peter ist immer freundlich und fröhlich, hat zu fast jeder Frage eine Antwort und hilft auch mal bei handwerklichen Themen. Er besitzt zusammen mit seiner Frau ein schönes kleines Haus mit Garten. In diesem sitzt er sehr gerne, um vom Alltag auszuspannen und wieder Energie zu tanken.

So auch heute. Gerade kam Peter von seiner Arbeit nach Hause. Da er noch alleine ist, nimmt er eine Zeitschrift und legt sich damit in die Hängematte in seinem Garten. Es ist ein schöner Sommertag mitten im August. Die Sonne strahlt in voller Kraft, Vögel zwitschern und Libellen und Schmetterlinge schwirren durch die Luft. Sträucher und Bäume geben ein tolles Farbenspiel mit all den Früchten, die zwischen dem Grün der Blätter leuchten.

Peter genießt diese Idylle, atmet tief die laue Sommerluft ein und schlägt die Zeitung auf. „So beugen Sie einer Demenz vor“, liest er in der Zeitschrift. ‚Hm, so langsam muss ich mich mit solchen Themen auch befassen‘, denkt er sich. Obwohl er sich lange noch nicht alt fühlt. Aber die Vorstellung, sich im Alter an nichts mehr erinnern zu können, wirre zu reden und sich nicht mehr orientieren zu können, verängstigt ihn. Deshalb möchte er wissen, was die Experten hier im Artikel raten und liest weiter:

Auf Schwerhörigkeit testen, Demenz erkennen

Es gibt ca. 50 verschiedene Formen der Demenz, wobei die häufigste die Alzheimer-Demenz ist. Sie hat einen Anteil von ca. 60-70 %. Weil die Krankheit meist erst im höheren Alter auftritt, ist umgangssprachlich häufig von Altersdemenz die Rede. [1]

Doch die Ursachen der einzelnen Formen sind vielfältig. Alzheimer wird beispielsweise durch Eiweißablagerungen im Gehirn verursacht, die den Stoffwechsel der Nervenzellen stören. Bei anderen Formen liegen Durchblutungsstörungen vor. Gemeinsam haben alle Demenzerkrankungen, dass Nervenzellen im Gehirn absterben und die Verbindungen zwischen den Zellen dauerhaft verloren gehen. Dadurch kommt es schließlich zu den Symptomen einer Demenz. [2] [1]

Zunächst wird das Kurzzeitgedächtnis geschädigt. Betroffene verlegen häufig Gegenstände, sie können sich immer schlechter konzentrieren und werden vergesslich. Es fällt ihnen immer schwerer, sich besonders in fremden Umgebungen zu orientieren. Auch die Sprache leidet, wobei sich die ­­Erkrankten selbst an alltäglich gebrauchte Wörter nicht mehr erinnern können. [3]

Im späteren Verlauf wird das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen. Erinnerungen an Erlebnisse aus früheren Jahrzehnten gehen verloren. Auch Angehörige werden immer weniger erkannt. Schreitet die Krankheit noch weiter fort, bauen Betroffene zudem körperlich ab und benötigen verstärkt Hilfe. [3]

Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Demenz

Doch es gibt Möglichkeiten, diesem vorzubeugen. Eine davon ist es, Schwerhörigkeit zu vermeiden und zu behandeln. Denn laut einer Studie des Forscherteams von Frank Lin vom Johns Hopkins Center on Aging and Health in Baltimore/USA erhöht eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko von Demenz und Depression im Alter.

Hören findet zum Großteil im Gehirn statt. Das Ohr selbst nimmt über das Außenohr die Geräusche der Umgebung auf, verstärkt sie im Mittelohr über das Trommelfell und nochmals im Innenohr über die Hörschnecke. Im Anschluss werden sie in elektrische Signale umgewandelt und so an das Gehirn weitergeleitet. Hier werden alle eintreffenden Töne gefiltert, wodurch nur das Wesentliche gehört wird. Erst dadurch wird es möglich, Gesprächen zu folgen und die Fülle der Geräusche nicht als Lärm zu empfinden.

Tritt eine Hörminderung auf, gelangen nicht mehr alle Geräusche zum Hörfilter. Aus diesem Grund baut dieser ab, Nervenzellen gehen verloren und der Verzweigungsgrad des neuronalen Netzes wird reduziert. Er verliert an Leistungsfähigkeit und damit nach und nach seine Filterfunktion (s. Infokasten „Hörfilter“). Töne, Worte, Klänge und Emotionen werden nicht mehr entschlüsselt: Der Mensch wird unsicher, zieht sich zurück und kann in eine soziale Isolation geraten.

Dadurch ist das Gehirn weniger Reizen ausgesetzt, was zu einem erhöhten Demenzrisiko und zu Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit führen kann. Gleichzeitig sind Menschen, die schlecht hören, auch in ihrer räumlichen Wahrnehmung eingeschränkt. Denn das Gehör ist dafür zuständig zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und wie weit entfernt es ist. Der Verlust dieser Fähigkeit verstärkt die Unsicherheit und kann sich auf die Bewegungsabläufe auswirken.

Dieser Prozess ist reversibel, weshalb es sich lohnt, frühzeitig zum Akustiker oder Ohrenarzt zu gehen und einen Hörtest machen zu lassen.

Mit einem Hörtest Demenz vorbeugen

Denn Menschen, die (wieder) gut hören, senken ihr Risiko, an Demenz zu erkranken. Der Gang zum Hörakustiker kann somit eine Möglichkeit sein, den Ausbruch von Demenz zu verzögern. Experten raten: „Ein Hör-Check einmal im Jahr bringt Gewissheit über den Hörstatus. Wird dabei ein Hörverlust festgestellt, so sollte die Versorgung möglichst frühzeitig beginnen, damit das Gehirn die Informationen verarbeiten kann und nicht verlernt, mit den Sinnesreizen umzugehen.“ Das terzo-Zentrum empfiehlt, den Folgen eines Hörverlustes mit der Kombination aus der speziell entwickelten terzo-Gehörtherapie und Hörgeräteversorgung entgegenzuwirken.

Ein systematisches Gehörtraining kann dafür sorgen, diesen Teufelskreis aus Hörverlust und Isolation durchbrechen. Es sorgt für geistige Fitness, bis ins hohe Alter hinein, und kann so Demenz vorbeugen.

„Ja. Ja, das werde ich machen!“ Peter schlägt die Zeitung zu. Er steht auf, geht zum Telefon und wählt die Nummer im Artikel. Sofort vereinbart er einen Termin für einen Hörtest. Glücklich, das gelesen und sofort gehandelt zu haben, nimmt er sich eine Tasse Kaffee und eine weitere Zeitschrift und geht in seine Hängematte zurück.

Über terzo:

„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de

Works Cited

[1] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, “Demenzerkrankung – eine Einführung,” [Online]. Available: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenzerkrankung.html. [Accessed Juli 2019].
[2] M. Feichter, “Demenz,” 27 Februar 2018. [Online]. Available: https://www.netdoktor.de/krankheiten/demenz/. [Accessed Juli 2019].
[3] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, “Demenzsymptome,” [Online]. Available: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenz-symptome-und-verlauf.html. [Accessed Juli 2019].
Mit geistiger Fitness Demenz vorbeugen

Mit geistiger Fitness Demenz vorbeugen

Wie gutes Hören das Demenz-Risiko senken kann

Die Vorstellung, sich im Alter an nichts mehr erinnern zu können, wirr zu reden oder sich nicht mehr orientieren zu können, verängstigt. Allzu oft verdrängen wir deshalb Krankheitsbilder wie das der Demenz aus unserem Alltag – zumindest so lange wir nicht selbst oder im näheren Bekannten- und Verwandtenkreis davon betroffen sind. Dabei ist das Alter – entgegen landläufiger Meinung – längst kein zwingendes Kriterium für das Beginnen oder Fortschreiten einer Demenz.

Demenz erkennen

Es gibt circa 50 verschiedene Formen der Demenz, wobei die häufigste die sogenannte Alzheimer-Demenz ist. Sie hat einen Anteil von rund 60-70 %. Weil die Erkrankung meist erst im höheren Alter auftritt, ist umgangssprachlich häufig von Altersdemenz die Rede.1 Doch die Ursachen der einzelnen Formen sind so vielfältig wie das Krankheitsbild selbst. Alzheimer wird beispielsweise durch Eiweißablagerungen im Gehirn, welche den Stoffwechsel der Nervenzellen stören, verursacht. Bei anderen Formen liegen Durchblutungsstörungen vor. Gemein haben alle Demenzerkrankungen, dass Nervenzellen im Gehirn absterben und die Verbindungen zwischen den Zellen dauerhaft verloren gehen. Dadurch kommt es schlussendlich zu den äußerlich erkennbaren Symptomen einer Demenz.2, 1 Zunächst wird das Kurzzeitgedächtnis geschädigt: Betroffene verlegen häufig Gegenstände, können sich immer schlechter konzentrieren und werden vergesslich. Es fällt ihnen immer schwerer, sich besonders in fremden Umgebungen zu orientieren. Auch die Sprache leidet, weil sich die Erkrankten an alltäglich gebrauchte Wörter nicht mehr erinnern können.3 Im späteren Verlauf wird das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen. Dann gehen selbst Erinnerungen an Erlebnisse aus früheren Jahren, etwa der Jugendzeit, nach und nach verloren. Oder Angehörige werden immer seltener erkannt. Schreitet die Krankheit noch weiter fort, bauen Betroffene zudem körperlich ab und benötigen neben der sozialen verstärkt medizinische Hilfe.3

Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Demenz

Doch es gibt Möglichkeiten, dem Krankheitsverlauf vorzubeugen oder ihn abzumildern. Eine davon ist es, Schwerhörigkeit früh zu erkennen und gegebenenfalls entsprechend zu behandeln: Eine Studie des Forscherteams von Frank Lin vom „Johns Hopkins Center on Aging and Health“ in Baltimore/USA bestätigt, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko von Demenz und Depression im Alter erhöht. Die Zusammenhänge sind durchaus greifbar: Hören findet zum Großteil im Gehirn statt. Das Ohr selbst nimmt über das Außenohr die Geräusche der Umgebung auf, verstärkt sie im Mittelohr über das Trommelfell und nochmals im Innenohr über die Hörschnecke. Im Anschluss werden sie in elektrische Signale umgewandelt und so an das Gehirn weitergeleitet. Hier werden alle eintreffenden Töne gefiltert, wodurch nur das Wesentliche gehört wird. Erst dadurch wird es möglich, Gesprächen zu folgen und die Fülle der Geräusche nicht als Lärm zu empfinden. Tritt eine Hörminderung auf, gelangen nicht mehr alle Geräusche zum Hörfilter.

Hören findet in den Ohren Statt, Verstehen hingegen im Gehirn. Tritt ein Hörverlust ein, hat das Gehirn weniger zu leisten und verliert die natürliche Filterfunktion - das Verstehen von Sprache wird schwieriger.

Aus diesem Grund baut dieser ab, Nervenzellen gehen verloren und der Verzweigungsgrad des neuronalen Netzes wird reduziert (vgl. Absatz 1: Demenz erkennen). Der Filter verliert an Leistungsfähigkeit und damit nach und nach seine Filterfunktion. Töne, Worte, Klänge und Emotionen werden nicht mehr entschlüsselt: Der Mensch wird unsicher, zieht sich zurück und kann in eine soziale Isolation geraten. Durch die soziale Isoaltion ist das Gehirn zusätzlich weniger Reizen ausgesetzt, was wiederum zu einem erhöhten Demenzrisiko und zu Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit führen kann. Gleichzeitig sind Menschen, die schlecht hören, auch in ihrer räumlichen Wahrnehmung eingeschränkt: Das Gehör ist dafür zuständig, zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und wie weit entfernt es ist. Der Verlust dieser Fähigkeit verstärkt die Unsicherheit weiter und wirkt sich nicht selten negativ auf die Bewegungsabläufe aus. Im Gegensatz zur Demenz ist dieser Prozess reversibel, weshalb es sich lohnt, bereits frühzeitig Akustiker oder Ohrenarzt aufzusuchen.

Mit einem Hörtest Demenz vorbeugen

Ein gut angepasstes Hörgerät inkl. vorab Trainierten Gehör unterstützt die natürliche Verstärkungsfunktion der Ohren. Es wird gehört.

Menschen, die (wieder) gut hören, senken damit auch ihr Risiko, an Demenz zu erkranken. Der Gang zum Hörakustiker kann somit eine Möglichkeit sein, den Ausbruch von Demenz zu verzögern. Experten raten deshalb zu einem jährlichen Hör-Check, welcher unkompliziert und mit wenig (Zeit-)Aufwand Gewissheit über den Hörstatus bringt. Wird ein Hörverlust festgestellt, sollte die Versorgung möglichst frühzeitig beginnen, damit das Gehirn die Informationen verarbeiten kann und nicht verlernt, mit den Sinnesreizen umzugehen. Ein systematisches Gehörtraining (z. B. von Terzo) mit ergänzender Hörgeräteversorgung hilft überdies dabei, den Teufelskreis aus Hörverlust und Isolation zu durchbrechen. So kann geistige (Hör-)Fitness bis ins hohe Alter hinein helfen, einer Demenz vorzubeugen.

Über terzo:

„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de

Literaturverweise:

  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Demenzerkrankung – eine Einführung. Online: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenzerkrankung.html.  (Abgerufen: Juli 2019)
  2. Feichter, M. Demenz. Online: https://www.netdoktor.de/krankheiten/demenz/. (Abgerufen: Juli 2019)
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Demenzsymptome. Online: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenz-symptome-und-verlauf.html. (Abgerufen: Juli 2019)
  4. Haerkötter, C. (2001). Kognitive Verhaltenstherapie bei chronischem Tinnitus: Evaluation neuer Ansätze. Eine Studie zu potentiellen Therapieeffekten verbesserter Edukation und apparativer Versorgung mit therapeutischen Rauschgeneratoren. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Sozialwissenschaften in der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Eberhard-Karls-Universität, Tübingen.
  5. Hesse, G., & Schaaf, H. (2012). Manual der Hörtherapie (Bd. 1). Stuttgart: Georg Thieme-Verlag KG.
Tabuthema “Hörverlust”- Gesundheitsrisiken minimieren

Tabuthema “Hörverlust”- Gesundheitsrisiken minimieren

Nicht das Alter ist ausschlaggebend für eine Hörminderung, sondern die Belastung durch verschiedene äußere und innere Faktoren. Ein Hörverlust kann deshalb schon sehr früh auftreten. Er wird jedoch von den meisten Betroffenen ignoriert und trotz immer deutlich werdender Anzeichen nicht oder nicht adäquat behandelt. Mit entsprechenden Folgen.

Ursachen und Auftreten einer Hörminderung

Verursacht wird eine Hörminderung durch die mit dem Alter zunehmende Belastung des Ohres durch Schall, zum Beispiel Lärm im Berufsleben oder im Alltag. Aber auch andere Faktoren können eine Hörminderung hervorrufen: So können sich unter anderem Medikamente, Krankheiten oder Durchblutungsstörungen des Innenohres, aber auch Stress, eine unangepasste Ernährungsweise und altersbedingte Veränderungen im Hörsystem negativ auf das Hörvermögen auswirken.1, 2 Das Risiko, eine Schwerhörigkeit zu erleiden, steigt also natürlicherweise mit zunehmendem Alter. Doch Betroffene warten meist sehr lange – im Durchschnitt 10 Jahre – bis sie einen HNO-Arzt oder Akustiker aufsuchen beziehungsweise eine Hörgeräteversorgung in Anspruch nehmen.3, 4 Erst, wenn es „5 vor 12“ oder zu spät ist, wird schließlich im hohen Alter eine Erstversorgung mit Hörgeräten vorgenommen.

Anstrengung, Erschöpfung, soziale Isolation

Meist geschieht das Zögern zum Handeln nicht aus Unwissenheit. Betroffene merken trotz schleichendem Prozess recht früh, dass ihr Hörvermögen nachlässt.2 Sie ignorieren es jedoch zunächst und ziehen sich häufig immer stärker aus der Gesellschaft zurück: Gespräche fallen ihnen zunehmend schwer und es ist ihnen peinlich, wenn sie vermehrt ihre Gesprächspartner nicht verstehen und nachfragen müssen. Unterhaltungen zu folgen, benötigt viel Konzentration und Aufmerksamkeit und trotzdem kommen die Betroffenen irgendwann nicht mehr mit. Oft stellt sich deswegen bereits früh am Abend eine übermäßige Erschöpfung ein.

Tabuthema Schwerhörigkeit

Brillen gelten als Modeaccessoires, Hörgeräte hingegen haben den Ruf Alt zu machen.

Sich einen vermeintlichen Makel, eine Schwäche einzugestehen, bedarf persönlicher Stärke. Im Fall einer eintretenden oder fortgeschrittenen Hörminderung gleich doppelt: Neben der grundsätzlichen Angst oder dem Hemmnis vor Veränderung haftet der Schwerhörigkeit zusätzlich ein völlig überholtes gesellschaftliches Bild an: Es ist nicht „angesehen“ oder gar „schick“, Hörprobleme zu haben und entsprechende Hilfsmittel zu nutzen. Entgegen einer Brille, die nicht nur als Sehhilfe, sondern ebenso als modisches Accessoire gilt, bewirkt ein Hörgerät, dass dessen Träger als „alt“ abgestempelt wird. Dadurch wird Schwerhörigkeit zu einem Tabuthema, in Konsequenz der Hörverlust durch die Betroffenen so lange wie möglich ignoriert.2

Jeder Fünfte ist betroffen

Hörverlust geht alle was an

Dabei stehen Betroffene nicht alleine da. Eine Studie des Instituts für Hörtechnik und Audiologie der Jade Hochschule in Oldenburg ergab, dass ausgehend von der Bevölkerungsstatistik 16,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an einer Hörminderung leiden. Das sind insgesamt 11,1 Millionen Menschen. Jährlich sollen zudem 150.000-160.000 Betroffene hinzukommen, so die Prognose der Studie.5 Auch andere Untersuchungen kommen zu gleichen oder ähnlichen Ergebnissen.2

Gesundheitliche Risiken durch Hörverlust

Die Studienergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit des Themas „Hören“ und die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung. Denn neben dem sinkenden akustischen Verstehen gehen mit dem Hörverlust zahlreiche weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen einher. Das Hörvermögen dient der Orientierung, dem Richtungshören und dem Feststellen von Entfernungen. Dies nicht mehr zu können, führt zu zahlreichen psychischen und physischen Problemen: Beispielsweise kommt es zu einem kognitiven Abbau, dem durch adäquate Hörgeräteversorgung entgegengewirkt werden könnte.6, 7 Die zunehmende berufliche, familiäre oder soziale Isolierung8, 1, 2 schränkt das physische, emotionale und soziale Wohlbefinden der Betroffenen erheblich ein.9, 10, 11 Damit sinkt automatisch auch die Lebensqualität – insbesondere älterer Menschen – und führt zu einem wachsend schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand, bis hin zu Gemütserkrankungen wie Depression und Ängsten.12, 2

Hörverlust bewusst machen, aktiv werden

Der technische Fortschritt bei Hörgeräten kann kombiniert mit einer gezielten Gehörtherapie bereits frühzeitig individuelle Hörschäden beheben und damit gesundheitliche (Spät-)Folgen vermeiden. Tabus zu brechen, sich möglichst kurzfristig den Hörverlust bewusst zu machen und Maßnahmen zu ergreifen, ist für Betroffene, Angehörige und die Gesellschaft unumgänglich: „Lebensqualität ist dazugeHÖREN!“


Über terzo:

„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de


Literaturverweise:

  1. Hellbrück, J. & Ellermeier, W., 2004. Hören – Physiologie, Psychologie und Pathologie. 2. Hrsg. Göttingen: Hogrefe-Verlag.
  2. Lazarus, H. et al., 2007. Akustische Grundlagen sprachlicher Kommunikation. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.
  3. Anon., 2015. Deutsches Ärzteblatt, 112(19), S. 82.
  4. Davis, A. et al., 2007. Acceptability, benefit and costs of early screening for hearing disability: a study of potential screening tests and models. Health Technology Assessment, 11(42).
  5. von Gablenz, P. & Holube, I., 2015. Prävalenz von Schwerhörigkeit im Nordwesten Deutschlands, Ergebnisse einer epidemiologischen Untersuchung zum Hörstatus. HNO, Band 63, S. 195-214.
  6. Lin, e. a., 2011. Hearing loss and incident demencia.. Arch Neurol, 65(2), S. 214-220.
  7. Amieva, e. a., 2015. Self-reporting hearing loss, hearing aids and cognitive decline in elderly adults: a 25-year study. JAGS, Band 63, S. 2099-2104.
  8. Zahnert, T., 2011. The differential diagnosis of hearing loss.. Deutsches Ärzteblatt Int., 108(25), S. 433-444.
  9. Robert Koch-Institut, 2014. Ergebnisse der Studie “Gesundheit in Deutschland aktuell 2012”. Hörbeeinträchtigungen.
  10. Robert Koch-Institut, 2006. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Hörstörungen und Tinnitus, Band 29.
  11. Crews, J. & Campbell, V., 2004. Vision impairment and hearing loss among community dwelling older Americans: implications for health and functioning. American Journal of Public Health, 95(5), S. 823-829.
  12. McCormack, A. & Fortnum, H., 2013. Why do people fitted with hearing aids not wear them?. International Journal Audiol., Mai, 52(5), S. 360-368.
Der richtige Hörakustiker

Der richtige Hörakustiker

Er sitzt in seinem Zimmer. Erschöpft hat er sich in den Sessel fallen lassen, nachdem er nach Hause gekommen ist. Seitdem sind einige Stunden vergangen. Es ist bereits dunkel.

Manfred Bauer ist Anfang 50. Bereits seit einiger Zeit merkt er, dass er am Abend sehr müde ist. Ihm fällt auf, dass er häufig Gesprächen in der Pause kaum folgen kann. Immer wieder muss er nachfragen. Akustische Lücken versucht er selbst durch logische Schlussfolgerungen zu schließen. Doch häufig kommt er nicht mehr nach. Es ist daher äußerst anstrengend für ihn, sich auf die Gespräche seiner Kollegen zu konzentrieren. Insbesondere, wenn diese in der Gruppe stattfinden. Häufig traut er sich nicht mehr, etwas dazu beizutragen.

Hörminderung erkennen

Schließlich reißt er sich aus seinen Gedanken, nimmt seine Tageszeitung und schlägt sie auf. Da fällt plötzlich ein Flyer heraus. Er hebt ihn auf und liest „… denn Lebensqualität ist dazugeHÖREN.“ Sofort fühlt er sich davon angesprochen. Innerlich scheint sich eine Freudenwelle auszubreiten. Er schaut sich den Flyer genauer an. Es ist Werbung eines Hörakustikers. Wie passend, wo er sich doch gerade Gedanken zu seinem Hören gemacht hat. Vielleicht sollte er tatsächlich mal einen Hörtest machen lassen.

Am nächsten Tag geht Manfred daher nach Feierabend durch die Stadt. Auf dem Weg geht er an einigen Hörakustikern vorbei. Viele bieten kostenlose Hörtests an. Doch irgendwie kann er sich nicht überwinden, hineinzugehen. Nach was soll er den Hörakustiker auswählen? Eigentlich ähneln sich alle. Wie läuft ein Besuch beim Hörakustiker ab? Und was kommt nach dem Hörtest? Bekommt er dann gleich ein Hörgerät?

Er sammelt ein paar Werbezettel ein, um sich zunächst unverbindlich und ungestört zu informieren. Viele dieser Broschüren bieten einiges Interessantes über das Hören. Aber die Informationen über die Vorbereitung auf den Termin beim Hörakustiker schreckt ihn ab. Viele Fragen davon kann er gar nicht beantworten. So legt er die Infoblätter wieder zur Seite.

Gehörtherapie entdecken

Beim Fernsehen nimmt Manfred noch einmal den Flyer vom Vortag in die Hand. … denn Lebensqualität ist dazugeHÖREN, springt ihn wieder direkt an. Er schlägt den Flyer auf und liest ein paar Fragen. Schon die ersten drei Fragen kann er sofort mit „Ja“ beantworten. Beim weiteren Lesen erfährt er von einer Gehörtherapie. Das hört sich gut an. Er beschließt, noch einmal die Hörakustiker seiner Stadt abzuklappern. Vielleicht gibt es einen, der so etwas anbietet und ihn diesbezüglich gut berät.

Hörtraining für besseres Sprachverstehen

Am Folgetag läuft Manfred wieder durch die Stadt. Diesmal weiß er, wonach er fragen möchte und geht in das erste Geschäft eines Hörakustikers. Doch dieser kennt keine Gehörtherapie und empfiehlt ihm direkt Hörgeräte. Der Hörakustiker stellt viele Fragen zum Hörvermögen, die Herr Bauer gar nicht beantworten kann. Seit wann er schlechter hört oder in welchen Situationen ihm das Hören schwerfällt. Er fühlt sich äußerst unwohl dabei. Den Hörtest lehnt er daher ab.

Er will zunächst andere Akustiker anschauen. Doch egal, wo er hinkommt, überall ist es ähnlich. Herr Bauer fühlt sich immer schlechter. Er hat das Gefühl, nicht mehr selbst entscheiden zu können. Daher beschließt er, wieder nach Hause zu gehen, um noch einmal den Flyer anzusehen. Diesen einen Versuch will er noch machen. Wenn ihn der Flyer so anspricht, ist es dort vielleicht anders als das, was er heute erlebt hat.

Der Weg zu besserem Hören

Wieder zu Hause findet er eine Webadresse, auf der die Anbieter aufgeführt sind. Dort findet er einen Anbieter ganz in seiner Nähe. Er ruft an und vereinbart eine Erstberatung. Zu seiner Freude muss er nichts vorbereiten, nur Interesse und die Bereitschaft an besserem Hören mitbringen. Das hat er, denkt sich Manfred. Zudem hört sich der Berater am Telefon ganz freundlich an. Manfred hat ein gutes Gefühl und freut sich sogar auf den Termin.

Hörtraining für zuhause

Zur vereinbarten Zeit betritt Manfred das Geschäft des Hörakustikers. Es ist hell und freundlich gestaltet. Ebenso freundlich wird er empfangen und ihm ein Getränk angeboten. Er fühlt sich willkommen und wertgeschätzt.

Einen Moment muss er noch warten. Währenddessen schaut er sich um und stellt fest, dass im Gegensatz zu seinen bisherigen Erfahrungen hier kaum für Hörgeräte geworben wird. Sein positives Gefühl verstärkt sich dadurch.

Schließlich wird er in einen Hörerlebnisraum gebeten, um ungestört sprechen zu können. Ungezwungen unterhalten sie sich. Manfred erhält viele Informationen über das Hören und Verstehen und erfährt, dass dazu nicht nur die Ohren, sondern auch die Hörverarbeitung im Gehirn gefragt ist. Um Hörgeräte und vor allem deren Hersteller geht es bei all den Informationen nicht.

Aufklärung durch den Hörakustiker

So gut aufgeklärt, möchte Manfred nun wissen, wie es denn bei ihm aussieht. Der Berater geht freundlich auf den Wunsch ein. Er erklärt Manfred, wie sie gemeinsam mit einem speziellen Hörfiltertest ermitteln, wie gut Manfred gesprochene Worte in ruhigen, aber auch geräuschvollen Situationen noch verstehen kann. Anschließend führt Manfred unter Anleitung des Akustikers eine Selbstaudiometrie durch, bei der er selbst wahrnehmen kann, ab welcher Lautstärke er verschiedene Hörsignale wahrnimmt.

Bisher kannte Manfred nur Tests, in denen er Pieptöne vorgespielt bekam und sagen musste, wenn er diese hört. Das macht viel mehr Spaß und bringt ganz andere Ergebnisse. Manfred bleibt völlig selbstbestimmt, muss sich nichts diktieren lassen.

Das Ergebnis wird visuell dargestellt. Sein Berater erklärt Manfred genau, was die Kurven bedeutet. Mit diesem genauen Bild seines Hörvermögens möchte er nun wissen, was er tun kann, um wieder besser zu hören. Um Hörgeräte kommt er nicht drum herum. Die sind wichtig, um wieder alle Töne verstärkt an den Hörfilter heranzuführen. Gleichzeitig muss jedoch dieser trainiert werden, damit die wiedererlangte Geräuschwelt nicht zur Lärmbelastung wird.

Hierfür würde Manfred spezielle, auf ihn abgestimmte Hörübungen, einen CD-Player mit Aufgabenbuch erhalten, sowie hochwertige Trainingshörgeräte. Über zwei Wochen müsste er täglich die Aufgaben durchführen und wöchentlich zu einem Gespräch kommen, um den Fortschritt zu überprüfen. Das hört sich für Manfred gut an. Er möchte sofort starten und vereinbart daher mit seinem Berater einen Termin für den Beginn der Gehörtherapie.

Bereits nach zwei Wochen Gehörtraining fühlt sich Manfred wieder fit und nimmt aktiv an den Gesprächen teil. Seine Kollegen stellen das auch fest und sind erstaunt über den Grund dafür. Manch einer spielt deshalb ebenfalls mit dem Gedanken, sich einmal zur Gehörtherapie beraten zu lassen. Sie können den großen Gewinn an wiedererlangter Lebensqualität sehen und spüren – und die Hörgeräte sind auch kaum zu sehen.


„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de