Hören ist wie Radfahren

Hören ist wie Radfahren

Hören ist wie Radfahren …

von Kevin Oppel, Hörakustiker und Experte rund ums bessere Verstehen *

…nur ohne Hinfallen.

„Das ist wie beim Radfahren – das verlernt man nicht.“ Und: „Übung macht den Meister!“
Zwei Aussprüche mit Aussagen, die wir als Adressat manchmal mit einem Zähneknirschen hinnehmen. Und letztlich – genau deshalb auch das Zähneknirschen – wahr sind. Dass wir so manche Tätigkeit, die wir schon länger nicht mehr ausgeübt haben, dennoch nach kurzer Zeit wieder beherrschen, ist erstmal eine tolle Sache. Der Weg dorthin, nämlich das Probieren, die Überwindung, sich wieder in den Sattel zu setzen, ist meist der größte (mentale) Stolperstein.
Und „Übung macht den Meister“? Von Haus aus sind wir nicht unbedingt die geduldigsten Wesen – gerade, wenn es um uns selbst geht. Das ist menschlich und genau deshalb wollen wir manchmal nicht viel davon wissen, dass wir üben, am Ball bleiben sollen. Nicht ganz, aber doch ähnlich verhält es sich mit unserem Gehör. Was viele nicht wissen: Hören und Verstehen kann trainiert werden.

Hören und Verstehen = Ohren und Gehirn

Hören ist ein komplexer Vorgang. Sinnbildlich denken wir immer zuerst an unsere Ohren, dabei findet Hören in seiner Ganzheit nicht nur dort, sondern auch im Gehirn statt. Das Ohr besteht aus Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Die akustischen Signale werden vom Außenohr – der Ohrmuschel – aufgenommen und an das Mittelohr weitergeleitet. Dort findet über das Trommelfell eine Verstärkung statt und die Schallwellen werden in mechanische Reize umgewandelt. Mit Hammer, Amboss und Steigbügel folgen nach dem Trommelfell die kleinsten Knochen des Menschen. Der Hammer nimmt die Schwingungen des Trommelfells auf, setzt damit über den Amboss den Steigbügel in Bewegung. Mit der Gehörschnecke, einem spiralig gewundenen und mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllten Knochenraum, im Innenohr verbunden, presst der Steigbügel die Flüssigkeit zusammen. Es entsteht eine Wanderwelle, welche wiederum Reize auf die sich in der Gehörschnecke befindenden Haarzellen ausübt. Die an den Haarzellen anfallenden Reize werden in Nervenimpulse umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet. Dort treffen die Impulse auf den Hörfilter, welcher wichtige von unwichtigen Signalen trennt und so überhaupt das Verstehen als Grundlage guten Hörens ermöglicht. Erst dadurch können wir – selbst in geräuschvollen Umgebungen – entspannt Gesprächen folgen und empfinden die Fülle der Geräusche nicht als Lärm oder Überlastung..

Hörfilter: Nur 30 Prozent landen in bewusster Hörverarbeitung

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, Informationen zu sortieren und zu filtern. Der Thalamus ist als Gehirnregion die Sammelstelle für Sinneseindrücke: Er wird deshalb gerne als „das Tor zum Bewusstsein“ bezeichnet. Auch Hörinformationen werden gefiltert. Von den auf das Außenohr treffenden Signale werden rund 70 Prozent ausgefiltert, nur 30 Prozent der Hörinformationen erreichen die bewusste Hörverarbeitung. Das ermöglicht uns das sogenannte selektive Hören, selbst in geräuschvollen Umgebungen: Mit einem intakten Hörfilter können problemlos Unterhaltungen geführt werden, auch wenn es um uns herum sehr belebt zugeht. Gleichzeitig schützt die Filterfunktion auch vor zu viel akustischem Input, der einer Reizüberflutung gleichkäme. Bei einer Hörminderung leiden die Hörfilter und werden zurückgebildet. Das Gehirn versucht dann, das Defizit der Ohren zu kompensieren, indem einfach alles Gehörte weitergeleitet wird, ohne zu unterscheiden was wichtig oder unwichtig ist. Betroffene haben deshalb primär Probleme mit dem Verstehen in geräuschvoller Umgebung. Aus einer geselligen Runde wird schnell mehr Frust als Lust.

Vom Radfahren …

Nochmals kurz und bündig: Die Ohren sind für das Hören zuständig, das Verstehen ist Aufgabe des Gehirns. Hat das Gehirn als verarbeitender Teil unseres Gehörs also seit längerem keine einwandfreien Signale mehr von den Ohren bekommen, hat es neben der reduzierten Filterung verlernt, wie verschiedene Geräusche klingen. Man spricht dann von einer sogenannten Hörentwöhnung. Die bei einer Hörminderung nötig gewordenen Hörgeräte verstärken zwar die eintreffenden Schallwellen und lassen wieder wesentlich mehr Reize auf das Innenohr und somit auf den Hörfilter treffen. Dieser kann jedoch mit der Flut aus verstärkten Geräuschen nichts mehr anfangen und leitet alle Signale weiter. Die Folge: Alles ist zu laut und zu viel! Eigentlich unnötig, denn der Hörfilter kann regeneriert werden. Erinnern wir uns an das eingangs erwähnte „Das ist wie beim Radfahren – das verlernt man nicht“: Auch dort wird es nach gewisser Abstinenz auf den ersten Metern wackelig sein, die Bewegungen sind ungewohnt, selbst kürzere Strecken anstrengend und erstmal kein großes Vergnügen. Ähnlich verhält es sich mit unserem Gehör: Das Gehirn muss nach einer Hörentwöhnung wieder lernen, wie bestimmte Geräusche klingen und, um eine akustische Reizüberflutung zu vermeiden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

…und Üben

„Übung macht den Meister“: Eine gezielte Gehörtherapie trainiert und reaktiviert die Hörfilter: Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass sich das Üben in Sachen Gehör bereits nach wenigen Tagen auszahlt und wichtige Töne wieder wesentlich besser von den für die jeweilige Situation unwichtigen Geräuschen getrennt werden. Der Aufwand dafür: etwa 30 bis 60 Minuten pro Tag für erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen. Ein Zeitraum, in dem beim wiedererlernten Radfahren noch der regelmäßige Muskelkater quälen dürfte – trotz aller Übung.

Kevin Oppel

lebt als gelernter Hörakustiker und Diplom-Betriebswirt (FH) seit fast 15 Jahren den praktischen und wissenschaftlichen Austausch zum Thema Hören, Tinnitus und ganzheitlicher Gehörrehabilitation. Sein Credo: „(Dazuge-)Hören ist Lebensqualität!“ Sein Weg dorthin: Methodische Herangehensweise und jede Menge Erfahrungen aus der Praxis.

Wie holt man das Maximum aus seinen Hörgeräten?

Wie holt man das Maximum aus seinen Hörgeräten?

Wie holt man das Maximum aus seinen Hörgeräten heraus?

Besser verstehen statt nur mehr hören

Ein Tipp von Kevin Oppel, Hörakustiker und Experte rund ums bessere Verstehen

Sie tragen Hörgeräte und haben das Gefühl „Da muss doch noch was gehen“? Den Anspruch, das Maximum aus Ihren Hörgeräten herauszuholen? Das zeugt von Ehrgeiz und ist eine der besten Voraussetzungen – Ihr Gehör kann nämlich trainiert werden. So viel schon vorab. Was Sie nicht wissen, ist, wo das Maximum liegt beziehungsweise ob es eventuell doch schon erreicht ist? Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Einerseits ergeht es vielen anderen Hörgeräteträgern genau wie Ihnen. Und andererseits gibt es Leute wie mich, die Sie bei der Entdeckung Ihres Hörpotentials gerne unterstützen.

Subjektives und objektives Maximum

Die Basis bildet Ihre ganz persönliche Definition von „Maximum“. Diese Einordnung ist subjektiv, getrieben von verschiedenen bewussten sowie unterbewussten Faktoren und bedarf einer Auseinandersetzung mit sich selbst, mit der ganz persönlichen Erwartungshaltung: „Welche Ansprüche habe ich und sind diese zu meiner vollsten Zufriedenheit durch die Hörgeräteversorgung erfüllt?“ Oftmals ist es aber so, dass das subjektive Maximum weit unter dem liegt, was mit einer Hörgeräteversorgung erreicht werden könnte. Dafür braucht es Experten, die Orientierung bieten und das objektive Maximum bewerten können.

Erwartungen und der Ruf nach der „eierlegenden Wollmilchsau“

Die Liste verschiedenster Anforderungen, Erwartungen und Ansprüche heutiger Hörgeräteträger ist lang: Ein ganztägiges bequemes Tragen steht bei vielen ganz oben. Einen Punkt, den ich sofort unterschreibe – denn nur wenn die Hörhilfen den ganzen Tag im Ohr bleiben, kann das Gehör (in Verbindung mit gezieltem Training) überhaupt lernen, damit richtig umzugehen. Außerdem wünschen sich viele möglichst unsichtbare Geräte. Ein optimales Sprachverstehen in Ruhe und bei Störgeräuschen, am besten ohne unerwünschte hörbare Nebengeräusche. Weiter eine natürliche Klangqualität sowie umfangreiche Einstellmöglichkeiten auf den individuellen Hörverlust. Und nicht zuletzt eine einfache Handhabung. Allesamt für sich nachvollziehbare Ansprüche und Erwartungen, alle miteinander der Ruf nach der bekannten „eierlegenden Wollmilchsau“. Ob Hörgeräte alleine das wirklich alles leisten können?

Vom Hören und Verstehen

Betrachtet man Hören und Verstehen physiologisch, lautet die Antwort klar „Nein“. Warum? Die Ohren sind für das Hören zuständig, das Verstehen ist Aufgabe des Gehirns. Hörgeräte sorgen lediglich dafür, dass alles Gehörte wieder in korrekter Lautstärke überhaupt bis zum Gehirn weitergeleitet wird. Das Gehirn interpretiert das Gehörte, gibt ihm einen Sinn und ermöglicht das Verstehen. Hörgeräte gleichen demnach nur das Defizit der Ohren aus, nicht das Defizit des Gehirns. Oder anders gesagt: Hörgeräte sind keine Verstehgeräte! „Aber“ gerade deshalb ist es bei einer Erstversorgung mit Hörgeräten grundlegend, ein Hörtraining mit in die Hörgeräteanpassung einzubeziehen. Weil nicht die Ohren oder die Hörgeräte Schwierigkeiten verursachen beziehungsweise das genannte Maximum festlegen, sondern das Gehirn.

Verstehen trainieren

Hat das Gehirn als verarbeitender Teil unseres Gehörs seit längerem keine einwandfreien Signale mehr von den Ohren bekommen, hat es verlernt, wie verschiedene Geräusche klingen. Man spricht auch von einer sogenannten Hörentwöhnung. Vielleicht kennen Sie es aus eigener Erfahrung: Beim ersten Einsetzen von Hörgeräten ist alles erstmal laut oder viel. Das Gehirn muss wieder lernen, wie bestimmte Geräusche klingen und, um eine akustische Reizüberflutung zu vermeiden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Gezieltes Hörtraining und Übungseinheiten bilden daher den Hauptbestandteil einer bestmöglichen, weil ganzheitlichen, Gehör-Rehabilitation.

Die Hörfilter auf dem Weg zum persönlichen Maximum

Um Wichtiges (z. B. Telefonklingen) von Unwichtigem (z. B. die eigenen Körpergeräusche) herauszufiltern, sitzen in unserem Gehirn sogenannte Hörfilter. Sie sind essentiell für das menschliche Hör- und vor allem Versteh-Erleben. Bei einem Hörverlust leiden diese Hörfilter und werden zurückgebildet. Deshalb hören Schwerhörige auch alle Geräusche gleichermaßen gut – beziehungsweise eben schlecht. Das Gehirn versucht so, das Defizit der Ohren zu kompensieren indem einfach alles Gehörte weitergeleitet wird, ohne zu unterscheiden was wichtig oder unwichtig ist. Da wird aus einer geselligen Runde dann schonmal mehr Frust als Lust. Für eine gute Hörgeräteversorgung ist es deshalb von grundlegender Bedeutung, den Hörverlust ganzheitlich zu versorgen und die Hörfilter im Gehirn für ein besseres Verstehen selbst bei Nebengeräuschen zu reaktivieren. Erfahrungsgemäß werden dadurch sowohl der Nutzen als auch die technischen Raffinessen von Hörgeräten für den Betroffenen erst in vollem Maß zugänglich. Und somit das persönliche Maximum hör- beziehungsweise erlebbar!

Kevin Oppel

lebt als gelernter Hörakustiker und Diplom-Betriebswirt (FH) seit fast 15 Jahren den praktischen und wissenschaftlichen Austausch zum Thema Hören, Tinnitus und ganzheitlicher Gehörrehabilitation. Sein Credo: „(Dazuge-)Hören ist Lebensqualität!“ Sein Weg dorthin: Methodische Herangehensweise und jede Menge Erfahrungen aus der Praxis.

Verstärkung im Team terzo – mehr Service für Hörakustiker

Mit seinem speziellen Anpasskonzept, der terzo-Gehörtherapie, die eine kundenfokussierte Beratung und Betreuung inkl. der nachgelagerten Hörgeräteversorgung und der anschließenden Weiterbetreuung beinhaltet, bietet terzo seinen Kunden und Hörakustik- Lizenznehmern etwas ganz Besonderes. Die Zufriedenheit der Betroffenen steht im Mittelpunkt. Kunden handeln dabei selbstbestimmt. Sie werden von Hörakustikern ganzheitlich betreut.

Terzo ist bewusst: Der mittelständische Hörakustiker muss sich im stets wachsenden Markt klar positionieren, um bestehen zu können. Hörakustiker erhalten mit terzo ein klares Qualitätsmerkmal an die Hand. Genau dafür sorgt unser Vertriebsteam aus Kevin Oppel, Dr. Juliane Dettling-Papargyris, Brigitte Weitkamp-Moog und Boris Alexander Klöck, der seit Januar 2020 Teil des terzo-Teams ist.

Erfahrungen mit terzo an Hörakustiker weitergeben

Boris A. Klöck absolvierte seine Hörgeräteakustiker-Ausbildung nach dem Abitur in einem kleinen, inhabergeführten Fachgeschäft mit eigener Otoplastik-Fertigung und Reparaturwerkstatt. 2004 absolvierte er seine Meisterprüfung.

Als Filialleiter fragte er sich: „War´s das jetzt?“ Die Hörakustik war für ihn eine gefühlte „One-Man-Show“, in der Hörlösungen suchenden Menschen vor allem Technik und Fachwissen geboten wird. „Glücklicherweise war’s das dann doch nicht“, sagt er weiter. Nach seiner Frau, seinen beiden Kindern und seiner Liebe zur Musik lernte er eine weitere große Liebe kennen: terzo!

Begeistert berichtet er: „Heute brenne ich als Hörakustik-Meister nicht nur für meinen Traumberuf, sondern mindestens ebenso für die vielen abwechslungsreichen künstlerischen Projekte, die mich bisweilen kreativ herausfordern.“ Was ihn begeistert, ist die simple Fragestellung zur Erreichung eines komplexen Anliegens:

„Welche Rahmenbedingungen soll ich Menschen bieten, damit sie ihr Hör-Potenzial optimal entfalten können?“

Hörgeräte wurden dank terzo in meiner täglichen Arbeit endlich offenkundig zu dem, was sie für mich schon immer waren: Ein Mittel zum Zweck. Nicht mehr, nicht weniger.“, so Boris A. Klöck. Mit terzo machte ihm seine Arbeit unsagbar viel mehr Freude. Er konnte Menschen noch besser darin unterstützen, mehr Sprachverstehen, vor allem im Störgeräusch, mit ihren Hörgeräten aus sich herauszuholen. Und das ist es meistens, was Kunden eigentlich wollen. Mit der konsequenten Umsetzung von terzo wuchs die Kundenzufriedenheit stetig. Seine Filiale etablierte sich so über die Jahre vom Underdog zum Platzhirsch am Ort.

„Meine Erfahrungen mit terzo kann ich einfach nicht für mich behalten!“. Boris A. Klöck setzt ein klares Statement: „Hörgeräte werden sich schnell weiterentwickeln. Darauf können sich Hörgeräteakustiker ausruhen. Besser man entwickelt sich mit! Hörgeräte der Zukunft werden nur dann der Hör-Potenzialentfaltung schwerhöriger Mitmenschen dienen können, wenn es uns Hörakustikern gelingt, diese mit unserer menschlichen Weiterentwicklung so zu kombinieren, dass für jeden Beteiligten mehr dabei rauskommt. Darum bin ich davon überzeugt, dass terzo für uns alle zukunftsweisend ist.“

Auf Augenhöhe: terzo unterstützt Akustiker, sich klar zu positionieren

Terzo unterstützt seine Partner mit einem exklusiven und umfangreichen Paket an Leistungen. Von der zentralen terzo-Gehörtherapie mitsamt Trainings-App über Marketing-Mittel bis hin zu Weiterbildungen.

Weitere Informationen erhalten interessierte Akustiker auf www.terzo-zentrum.de/hoerakustiker

terzo spendet für Tinnitus-Prävention

terzo spendet für Tinnitus-Prävention

Ich höre was, was du nicht hörst

Immer mehr und immer jüngere Menschen erkranken an Tinnitus. Dabei fällt auf, dass vielen Jugendlichen der Zusammenhang zwischen überlauter Musik und Hörschädigung nicht bewusst ist. Die Stiftung Tinnitus und Hören Charité hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, so früh wie möglich mit geeigneten Präventionsmaßnahmen dieser Entwicklung entgegen zu wirken. terzo unterstützt dies mit einer Spende über 10.000€.

Glocken klingen und von überall ertönt Weihnachtsmusik. Für Viele die schönste Zeit im Jahr. Doch immer mehr Menschen können dies nur eingeschränkt wahrnehmen. Sie leiden an Tinnitus.

Tinnitus als Begleitung eines Hörverlusts

Tinnitus ist häufig eine Begleiterscheinung von Hörverlust. Dabei geht der heutige Stand der Wissenschaft davon aus, dass das Gehirn bei der Entstehung des Ohrgeräusches versucht, einen i.d.R. zunehmenden Hörverlust zu kompensieren und dabei die Aktivität in der zentralen Hörbahn hochreguliert. Der Hörsinn versucht quasi seine Verstärkungsleistung zu erhöhen, indem die betroffenen Areale „sensibler eingestellt“ werden. Die so entstehende übermäßige Aktivität in der zentralen Hörbahn macht Dinge hörbar, die sonst in Alltagsgeräuschen nicht bewusst wahrgenommen werden (z.B. Herzschlag oder Blutrauschen). Die Folge ist die Entstehung eines Ohrgeräuschs.

Ein chronisch gewordener Tinnitus kann jedoch nicht mehr geheilt werden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich selbst und sein Gehör durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Wie dies geschehen kann, erklärt die Stiftung Tinnitus und Hören Charité in Infobroschüren und verschiedenen Projekten. Dabei ist sie davon überzeugt, dass die Wirkung um so höher ist, je früher mit der Aufklärung begonnen wird.

Projekt Hören und Tinnitus an Kitas

Aus diesem Grund hat sie ein Projekt für Kitas und Schulen gestartet, um Erzieher/innen zu ermöglichen, über das Hören und die Gefahr der Hörschädigung sowie deren Auswirkungen zu sprechen und es für die Kinder erlebbar zu machen. Hierfür hat die Stiftung Tinnitus und Hören Charité einen entsprechenden Methodenkoffer entwickelt und ein Pilotprojekt in Berliner Kitas gestartet, das sehr gut angenommen wird. Im zweiten Schritt soll es breit ausgerollt werden. Bereits jetzt gibt es viele Nachfragen von Erziehern, Erzieherinnen und Eltern.

terzo unterstützt dieses Projekt mit einer Spende von 10.000€.

Als Hörakustik-Spezialist sind die massiven Auswirkungen eines Tinnitus auf die Lebensqualität und die Psyche der Betroffenen bekannt. Diesem soll möglichst frühzeitig vorgebeugt werden, denn auch ein Gehörtraining und entsprechende Hörgeräte können nicht allen Betroffenen gleichermaßen helfen.

Aus diesem Grund klärt terzo bereits seit längerem mit entsprechenden Blogartikeln und Expertenbeiträgen in Zeitschriften über das Hören und Folgen von Hörverlust auf. Die Spende soll diese Bemühungen weiter unterstützen, damit auch in Zukunft möglichst viele Menschen ihr Leben genießen können, ohne Tinnitus, mit mehr Lebensqualität.

Willst auch Du eine Spende der Stiftung Tinnitus und Hören der Charité Berlin zukommen lassen und das Präventionsprojekt für Kitas unterstützen? Die Charité stellt projektbezogene Spendenmöglichkeiten zur Verfügung.


Die Hörexperten von terzo haben zur spezifischen Behandlung von Tinnitusbetroffenen die tinnitus care gegründet.
tinnitus care hat sich zum Ziel gesetzt, Tinnitus-Betroffene unter Berücksichtigung von neusten Forschungsergebnissen zu Tinnitus, zum Bestmöglichen Behandlungserfolg zu begleiten.  Dabei setzen sie auf einen umfangreichen Informationsaustausch, sowie dem innovativen terzo-Therapiekonzept. Weitere Informationen zu der deutschlandweit einzigen Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen können Sie auf der Webseite von tinnitus care nachlesen:
www.tinnitus-care.de

Der richtige Hörakustiker

Der richtige Hörakustiker

Er sitzt in seinem Zimmer. Erschöpft hat er sich in den Sessel fallen lassen, nachdem er nach Hause gekommen ist. Seitdem sind einige Stunden vergangen. Es ist bereits dunkel.

Manfred Bauer ist Anfang 50. Bereits seit einiger Zeit merkt er, dass er am Abend sehr müde ist. Ihm fällt auf, dass er häufig Gesprächen in der Pause kaum folgen kann. Immer wieder muss er nachfragen. Akustische Lücken versucht er selbst durch logische Schlussfolgerungen zu schließen. Doch häufig kommt er nicht mehr nach. Es ist daher äußerst anstrengend für ihn, sich auf die Gespräche seiner Kollegen zu konzentrieren. Insbesondere, wenn diese in der Gruppe stattfinden. Häufig traut er sich nicht mehr, etwas dazu beizutragen.

Hörminderung erkennen

Schließlich reißt er sich aus seinen Gedanken, nimmt seine Tageszeitung und schlägt sie auf. Da fällt plötzlich ein Flyer heraus. Er hebt ihn auf und liest „… denn Lebensqualität ist dazugeHÖREN.“ Sofort fühlt er sich davon angesprochen. Innerlich scheint sich eine Freudenwelle auszubreiten. Er schaut sich den Flyer genauer an. Es ist Werbung eines Hörakustikers. Wie passend, wo er sich doch gerade Gedanken zu seinem Hören gemacht hat. Vielleicht sollte er tatsächlich mal einen Hörtest machen lassen.

Am nächsten Tag geht Manfred daher nach Feierabend durch die Stadt. Auf dem Weg geht er an einigen Hörakustikern vorbei. Viele bieten kostenlose Hörtests an. Doch irgendwie kann er sich nicht überwinden, hineinzugehen. Nach was soll er den Hörakustiker auswählen? Eigentlich ähneln sich alle. Wie läuft ein Besuch beim Hörakustiker ab? Und was kommt nach dem Hörtest? Bekommt er dann gleich ein Hörgerät?

Er sammelt ein paar Werbezettel ein, um sich zunächst unverbindlich und ungestört zu informieren. Viele dieser Broschüren bieten einiges Interessantes über das Hören. Aber die Informationen über die Vorbereitung auf den Termin beim Hörakustiker schreckt ihn ab. Viele Fragen davon kann er gar nicht beantworten. So legt er die Infoblätter wieder zur Seite.

Gehörtherapie entdecken

Beim Fernsehen nimmt Manfred noch einmal den Flyer vom Vortag in die Hand. … denn Lebensqualität ist dazugeHÖREN, springt ihn wieder direkt an. Er schlägt den Flyer auf und liest ein paar Fragen. Schon die ersten drei Fragen kann er sofort mit „Ja“ beantworten. Beim weiteren Lesen erfährt er von einer Gehörtherapie. Das hört sich gut an. Er beschließt, noch einmal die Hörakustiker seiner Stadt abzuklappern. Vielleicht gibt es einen, der so etwas anbietet und ihn diesbezüglich gut berät.

Hörtraining für besseres Sprachverstehen

Am Folgetag läuft Manfred wieder durch die Stadt. Diesmal weiß er, wonach er fragen möchte und geht in das erste Geschäft eines Hörakustikers. Doch dieser kennt keine Gehörtherapie und empfiehlt ihm direkt Hörgeräte. Der Hörakustiker stellt viele Fragen zum Hörvermögen, die Herr Bauer gar nicht beantworten kann. Seit wann er schlechter hört oder in welchen Situationen ihm das Hören schwerfällt. Er fühlt sich äußerst unwohl dabei. Den Hörtest lehnt er daher ab.

Er will zunächst andere Akustiker anschauen. Doch egal, wo er hinkommt, überall ist es ähnlich. Herr Bauer fühlt sich immer schlechter. Er hat das Gefühl, nicht mehr selbst entscheiden zu können. Daher beschließt er, wieder nach Hause zu gehen, um noch einmal den Flyer anzusehen. Diesen einen Versuch will er noch machen. Wenn ihn der Flyer so anspricht, ist es dort vielleicht anders als das, was er heute erlebt hat.

Der Weg zu besserem Hören

Wieder zu Hause findet er eine Webadresse, auf der die Anbieter aufgeführt sind. Dort findet er einen Anbieter ganz in seiner Nähe. Er ruft an und vereinbart eine Erstberatung. Zu seiner Freude muss er nichts vorbereiten, nur Interesse und die Bereitschaft an besserem Hören mitbringen. Das hat er, denkt sich Manfred. Zudem hört sich der Berater am Telefon ganz freundlich an. Manfred hat ein gutes Gefühl und freut sich sogar auf den Termin.

Hörtraining für zuhause

Zur vereinbarten Zeit betritt Manfred das Geschäft des Hörakustikers. Es ist hell und freundlich gestaltet. Ebenso freundlich wird er empfangen und ihm ein Getränk angeboten. Er fühlt sich willkommen und wertgeschätzt.

Einen Moment muss er noch warten. Währenddessen schaut er sich um und stellt fest, dass im Gegensatz zu seinen bisherigen Erfahrungen hier kaum für Hörgeräte geworben wird. Sein positives Gefühl verstärkt sich dadurch.

Schließlich wird er in einen Hörerlebnisraum gebeten, um ungestört sprechen zu können. Ungezwungen unterhalten sie sich. Manfred erhält viele Informationen über das Hören und Verstehen und erfährt, dass dazu nicht nur die Ohren, sondern auch die Hörverarbeitung im Gehirn gefragt ist. Um Hörgeräte und vor allem deren Hersteller geht es bei all den Informationen nicht.

Aufklärung durch den Hörakustiker

So gut aufgeklärt, möchte Manfred nun wissen, wie es denn bei ihm aussieht. Der Berater geht freundlich auf den Wunsch ein. Er erklärt Manfred, wie sie gemeinsam mit einem speziellen Hörfiltertest ermitteln, wie gut Manfred gesprochene Worte in ruhigen, aber auch geräuschvollen Situationen noch verstehen kann. Anschließend führt Manfred unter Anleitung des Akustikers eine Selbstaudiometrie durch, bei der er selbst wahrnehmen kann, ab welcher Lautstärke er verschiedene Hörsignale wahrnimmt.

Bisher kannte Manfred nur Tests, in denen er Pieptöne vorgespielt bekam und sagen musste, wenn er diese hört. Das macht viel mehr Spaß und bringt ganz andere Ergebnisse. Manfred bleibt völlig selbstbestimmt, muss sich nichts diktieren lassen.

Das Ergebnis wird visuell dargestellt. Sein Berater erklärt Manfred genau, was die Kurven bedeutet. Mit diesem genauen Bild seines Hörvermögens möchte er nun wissen, was er tun kann, um wieder besser zu hören. Um Hörgeräte kommt er nicht drum herum. Die sind wichtig, um wieder alle Töne verstärkt an den Hörfilter heranzuführen. Gleichzeitig muss jedoch dieser trainiert werden, damit die wiedererlangte Geräuschwelt nicht zur Lärmbelastung wird.

Hierfür würde Manfred spezielle, auf ihn abgestimmte Hörübungen, einen CD-Player mit Aufgabenbuch erhalten, sowie hochwertige Trainingshörgeräte. Über zwei Wochen müsste er täglich die Aufgaben durchführen und wöchentlich zu einem Gespräch kommen, um den Fortschritt zu überprüfen. Das hört sich für Manfred gut an. Er möchte sofort starten und vereinbart daher mit seinem Berater einen Termin für den Beginn der Gehörtherapie.

Bereits nach zwei Wochen Gehörtraining fühlt sich Manfred wieder fit und nimmt aktiv an den Gesprächen teil. Seine Kollegen stellen das auch fest und sind erstaunt über den Grund dafür. Manch einer spielt deshalb ebenfalls mit dem Gedanken, sich einmal zur Gehörtherapie beraten zu lassen. Sie können den großen Gewinn an wiedererlangter Lebensqualität sehen und spüren – und die Hörgeräte sind auch kaum zu sehen.


„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de