Hören in Zeiten von Corona, Home-Office und Isolation

Hören in Zeiten von Corona, Home-Office und Isolation

Hören ist eine zutiefst sozial bestimmte und ausgeformte Funktion unseres Körpers und Gehirns. Unser gesellschaftliches und Arbeits-Leben ist geprägt von Gesprochenem. Die Kraft der Sprache entfaltet sich dort am stärksten, wo viele miteinander ins Gespräch kommen – sei es in der Familie, im Wochenmeeting oder beim Flurfunk im Büro. Die Fähigkeit unseres Gehirns, sich auf das für uns subjektiv Wesentliche zu fokussieren, ist hier essenziell und unverzichtbar. In Zeiten von Lockdown, sozialer Isolation und Home-Office (das uns u. a. wegen einzuhaltender Mindestabstände sicher noch länger begleiten wird) wird auch unsere Gehörleistung sprichwörtlich auf den Kopf gestellt.  

Fakt ist: Auch das Gehör leidet unter der sozialen Isolation – es gerät aus der Übung.

Home-Office und seine Hör-Tücken

Rückzug in die eigenen vier Wände, keine Besuche von Freunden oder Familie. Im Home-Office hingegen läuft alles via Telefon beziehungsweise Webkonferenz, schlechte Audioqualität aufgrund überlasteter Server, Leitungen usw. inklusive. Kurzum: Es kann anstrengend werden. Was vielen zusätzlich fehlt, ist der persönliche, direkte Austausch mit Kollegen, Kunden und Vorgesetzten – nicht nur seelisch, sondern auch unserem Gehör fehlt die persönliche Ansprache. Um der Einsamkeit etwas „Leben“ einzuhauchen, neigen wir dazu, Webinar-Inhalte, Podcasts oder andere Formate nebenbei plätschern zu lassen. Ein gesundes Gehör wird das verhältnismäßig gut wegstecken. Nicht selten jedoch ist unser Gehör durch Alltagsbelastungen und Lärm bereits unbemerkt vorgeschädigt. Dann kann der entstehende Hörstress durchaus negativ wirken, das Hörvermögen sinkt, die Höranstrengungen steigen.

Gegensteuern: Das Gehör trainieren

„Durch bewusstes Training unseres Gehörs und Gehirns können wir dem Abbau der Hörfähigkeit und den gehörspezifischen Folgen einer (vorübergehenden) sozialen Isolation entgegenwirken“, weiß Kevin Oppel vom terzo-Institut für angewandte Gehörforschung:

  • Hören Sie bewusst, konzentrieren Sie sich auf Gehörtes und versuchen Sie, nicht nur die Kernbotschaft eines Gesprächs „herauszufiltern“.
  • Vermeiden Sie unterschwellige Beschallung. Verfolgen Sie stattdessen lieber gezielt beispielsweise eine Radio- oder Podcast-Sendung, um Ihr Sprachverstehen aufrechtzuerhalten und zu fördern. (Empfehlung: z. B. „Freude am Erfolg“, Folge 23, mit Kevin Oppel vom terzo-Institut, abrufbar unter https://open.spotify.com/episode/6EjOJb75lyzGQq2rPf0UDZ)
  • Lesen Sie sich selbst aus der Zeitung oder einem Buch laut vor.
  • Bei bereits vorhandener Hörminderung oder dem Verdacht einer solchen, empfiehlt sich ein klärender Besuch beim ausgesuchten Hörakustiker. Neben einem Hörtest kann dieser mit dem fundierten terzo-Gehörtraining erweiterte Hilfe bieten. Hörakustik-Fachgeschäfte sind auch in Zeiten des Lockdowns unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene- und Abstands-Auflagen geöffnet. Einen Terzo-zertifizierten Akustiker finden Sie hier: https://www.terzo-zentrum.de/terzo-zentrum-finden/

Hören ist sozial! Dennoch oder gerade deshalb: Halten Sie sich selbst und Ihr Gehör fit – gerade auch in Zeiten, in denen das soziale Leben (wie derzeit) eingeschränkter ist.

Gehörtherapie unterstützt bei der Hör- und Versteharbeit

Die von terzo in Zusammenarbeit mit Neurobiologen, (Neuro-)Psychologen, HNO-Medizinern, Logopäden und Akustikern entwickelte Gehörtherapie trainiert das Gehör in seiner Gesamtheit und unterstützt das Gehirn bestmöglich bei seiner „Versteharbeit“. Das spezielle Gehörtraining berücksichtigt dabei, wie unser Gehirn Klänge, Geräusche und Stimmen verarbeitet. So wird das Verstehen leichter, vor allem in geräuschvollen Umgebungen können Höranstrengungen und Konzentrationsaufwand effizient reduziert werden.

terzo spendet für Tinnitus-Prävention

terzo spendet für Tinnitus-Prävention

Ich höre was, was du nicht hörst

Immer mehr und immer jüngere Menschen erkranken an Tinnitus. Dabei fällt auf, dass vielen Jugendlichen der Zusammenhang zwischen überlauter Musik und Hörschädigung nicht bewusst ist. Die Stiftung Tinnitus und Hören Charité hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, so früh wie möglich mit geeigneten Präventionsmaßnahmen dieser Entwicklung entgegen zu wirken. terzo unterstützt dies mit einer Spende über 10.000€.

Glocken klingen und von überall ertönt Weihnachtsmusik. Für Viele die schönste Zeit im Jahr. Doch immer mehr Menschen können dies nur eingeschränkt wahrnehmen. Sie leiden an Tinnitus.

Tinnitus als Begleitung eines Hörverlusts

Tinnitus ist häufig eine Begleiterscheinung von Hörverlust. Dabei geht der heutige Stand der Wissenschaft davon aus, dass das Gehirn bei der Entstehung des Ohrgeräusches versucht, einen i.d.R. zunehmenden Hörverlust zu kompensieren und dabei die Aktivität in der zentralen Hörbahn hochreguliert. Der Hörsinn versucht quasi seine Verstärkungsleistung zu erhöhen, indem die betroffenen Areale „sensibler eingestellt“ werden. Die so entstehende übermäßige Aktivität in der zentralen Hörbahn macht Dinge hörbar, die sonst in Alltagsgeräuschen nicht bewusst wahrgenommen werden (z.B. Herzschlag oder Blutrauschen). Die Folge ist die Entstehung eines Ohrgeräuschs.

Ein chronisch gewordener Tinnitus kann jedoch nicht mehr geheilt werden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich selbst und sein Gehör durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Wie dies geschehen kann, erklärt die Stiftung Tinnitus und Hören Charité in Infobroschüren und verschiedenen Projekten. Dabei ist sie davon überzeugt, dass die Wirkung um so höher ist, je früher mit der Aufklärung begonnen wird.

Projekt Hören und Tinnitus an Kitas

Aus diesem Grund hat sie ein Projekt für Kitas und Schulen gestartet, um Erzieher/innen zu ermöglichen, über das Hören und die Gefahr der Hörschädigung sowie deren Auswirkungen zu sprechen und es für die Kinder erlebbar zu machen. Hierfür hat die Stiftung Tinnitus und Hören Charité einen entsprechenden Methodenkoffer entwickelt und ein Pilotprojekt in Berliner Kitas gestartet, das sehr gut angenommen wird. Im zweiten Schritt soll es breit ausgerollt werden. Bereits jetzt gibt es viele Nachfragen von Erziehern, Erzieherinnen und Eltern.

terzo unterstützt dieses Projekt mit einer Spende von 10.000€.

Als Hörakustik-Spezialist sind die massiven Auswirkungen eines Tinnitus auf die Lebensqualität und die Psyche der Betroffenen bekannt. Diesem soll möglichst frühzeitig vorgebeugt werden, denn auch ein Gehörtraining und entsprechende Hörgeräte können nicht allen Betroffenen gleichermaßen helfen.

Aus diesem Grund klärt terzo bereits seit längerem mit entsprechenden Blogartikeln und Expertenbeiträgen in Zeitschriften über das Hören und Folgen von Hörverlust auf. Die Spende soll diese Bemühungen weiter unterstützen, damit auch in Zukunft möglichst viele Menschen ihr Leben genießen können, ohne Tinnitus, mit mehr Lebensqualität.

Willst auch Du eine Spende der Stiftung Tinnitus und Hören der Charité Berlin zukommen lassen und das Präventionsprojekt für Kitas unterstützen? Die Charité stellt projektbezogene Spendenmöglichkeiten zur Verfügung.


Die Hörexperten von terzo haben zur spezifischen Behandlung von Tinnitusbetroffenen die tinnitus care gegründet.
tinnitus care hat sich zum Ziel gesetzt, Tinnitus-Betroffene unter Berücksichtigung von neusten Forschungsergebnissen zu Tinnitus, zum Bestmöglichen Behandlungserfolg zu begleiten.  Dabei setzen sie auf einen umfangreichen Informationsaustausch, sowie dem innovativen terzo-Therapiekonzept. Weitere Informationen zu der deutschlandweit einzigen Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen können Sie auf der Webseite von tinnitus care nachlesen:
www.tinnitus-care.de

Mit geistiger Fitness Demenz vorbeugen

Mit geistiger Fitness Demenz vorbeugen

Wie gutes Hören das Demenz-Risiko senken kann

Die Vorstellung, sich im Alter an nichts mehr erinnern zu können, wirr zu reden oder sich nicht mehr orientieren zu können, verängstigt. Allzu oft verdrängen wir deshalb Krankheitsbilder wie das der Demenz aus unserem Alltag – zumindest so lange wir nicht selbst oder im näheren Bekannten- und Verwandtenkreis davon betroffen sind. Dabei ist das Alter – entgegen landläufiger Meinung – längst kein zwingendes Kriterium für das Beginnen oder Fortschreiten einer Demenz.

Demenz erkennen

Es gibt circa 50 verschiedene Formen der Demenz, wobei die häufigste die sogenannte Alzheimer-Demenz ist. Sie hat einen Anteil von rund 60-70 %. Weil die Erkrankung meist erst im höheren Alter auftritt, ist umgangssprachlich häufig von Altersdemenz die Rede.1 Doch die Ursachen der einzelnen Formen sind so vielfältig wie das Krankheitsbild selbst. Alzheimer wird beispielsweise durch Eiweißablagerungen im Gehirn, welche den Stoffwechsel der Nervenzellen stören, verursacht. Bei anderen Formen liegen Durchblutungsstörungen vor. Gemein haben alle Demenzerkrankungen, dass Nervenzellen im Gehirn absterben und die Verbindungen zwischen den Zellen dauerhaft verloren gehen. Dadurch kommt es schlussendlich zu den äußerlich erkennbaren Symptomen einer Demenz.2, 1 Zunächst wird das Kurzzeitgedächtnis geschädigt: Betroffene verlegen häufig Gegenstände, können sich immer schlechter konzentrieren und werden vergesslich. Es fällt ihnen immer schwerer, sich besonders in fremden Umgebungen zu orientieren. Auch die Sprache leidet, weil sich die Erkrankten an alltäglich gebrauchte Wörter nicht mehr erinnern können.3 Im späteren Verlauf wird das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen. Dann gehen selbst Erinnerungen an Erlebnisse aus früheren Jahren, etwa der Jugendzeit, nach und nach verloren. Oder Angehörige werden immer seltener erkannt. Schreitet die Krankheit noch weiter fort, bauen Betroffene zudem körperlich ab und benötigen neben der sozialen verstärkt medizinische Hilfe.3

Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Demenz

Doch es gibt Möglichkeiten, dem Krankheitsverlauf vorzubeugen oder ihn abzumildern. Eine davon ist es, Schwerhörigkeit früh zu erkennen und gegebenenfalls entsprechend zu behandeln: Eine Studie des Forscherteams von Frank Lin vom „Johns Hopkins Center on Aging and Health“ in Baltimore/USA bestätigt, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko von Demenz und Depression im Alter erhöht. Die Zusammenhänge sind durchaus greifbar: Hören findet zum Großteil im Gehirn statt. Das Ohr selbst nimmt über das Außenohr die Geräusche der Umgebung auf, verstärkt sie im Mittelohr über das Trommelfell und nochmals im Innenohr über die Hörschnecke. Im Anschluss werden sie in elektrische Signale umgewandelt und so an das Gehirn weitergeleitet. Hier werden alle eintreffenden Töne gefiltert, wodurch nur das Wesentliche gehört wird. Erst dadurch wird es möglich, Gesprächen zu folgen und die Fülle der Geräusche nicht als Lärm zu empfinden. Tritt eine Hörminderung auf, gelangen nicht mehr alle Geräusche zum Hörfilter.

Hören findet in den Ohren Statt, Verstehen hingegen im Gehirn. Tritt ein Hörverlust ein, hat das Gehirn weniger zu leisten und verliert die natürliche Filterfunktion - das Verstehen von Sprache wird schwieriger.

Aus diesem Grund baut dieser ab, Nervenzellen gehen verloren und der Verzweigungsgrad des neuronalen Netzes wird reduziert (vgl. Absatz 1: Demenz erkennen). Der Filter verliert an Leistungsfähigkeit und damit nach und nach seine Filterfunktion. Töne, Worte, Klänge und Emotionen werden nicht mehr entschlüsselt: Der Mensch wird unsicher, zieht sich zurück und kann in eine soziale Isolation geraten. Durch die soziale Isoaltion ist das Gehirn zusätzlich weniger Reizen ausgesetzt, was wiederum zu einem erhöhten Demenzrisiko und zu Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit führen kann. Gleichzeitig sind Menschen, die schlecht hören, auch in ihrer räumlichen Wahrnehmung eingeschränkt: Das Gehör ist dafür zuständig, zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und wie weit entfernt es ist. Der Verlust dieser Fähigkeit verstärkt die Unsicherheit weiter und wirkt sich nicht selten negativ auf die Bewegungsabläufe aus. Im Gegensatz zur Demenz ist dieser Prozess reversibel, weshalb es sich lohnt, bereits frühzeitig Akustiker oder Ohrenarzt aufzusuchen.

Mit einem Hörtest Demenz vorbeugen

Ein gut angepasstes Hörgerät inkl. vorab Trainierten Gehör unterstützt die natürliche Verstärkungsfunktion der Ohren. Es wird gehört.

Menschen, die (wieder) gut hören, senken damit auch ihr Risiko, an Demenz zu erkranken. Der Gang zum Hörakustiker kann somit eine Möglichkeit sein, den Ausbruch von Demenz zu verzögern. Experten raten deshalb zu einem jährlichen Hör-Check, welcher unkompliziert und mit wenig (Zeit-)Aufwand Gewissheit über den Hörstatus bringt. Wird ein Hörverlust festgestellt, sollte die Versorgung möglichst frühzeitig beginnen, damit das Gehirn die Informationen verarbeiten kann und nicht verlernt, mit den Sinnesreizen umzugehen. Ein systematisches Gehörtraining (z. B. von Terzo) mit ergänzender Hörgeräteversorgung hilft überdies dabei, den Teufelskreis aus Hörverlust und Isolation zu durchbrechen. So kann geistige (Hör-)Fitness bis ins hohe Alter hinein helfen, einer Demenz vorzubeugen.

Über terzo:

„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de

Literaturverweise:

  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Demenzerkrankung – eine Einführung. Online: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenzerkrankung.html.  (Abgerufen: Juli 2019)
  2. Feichter, M. Demenz. Online: https://www.netdoktor.de/krankheiten/demenz/. (Abgerufen: Juli 2019)
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Demenzsymptome. Online: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenz-symptome-und-verlauf.html. (Abgerufen: Juli 2019)
  4. Haerkötter, C. (2001). Kognitive Verhaltenstherapie bei chronischem Tinnitus: Evaluation neuer Ansätze. Eine Studie zu potentiellen Therapieeffekten verbesserter Edukation und apparativer Versorgung mit therapeutischen Rauschgeneratoren. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Sozialwissenschaften in der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Eberhard-Karls-Universität, Tübingen.
  5. Hesse, G., & Schaaf, H. (2012). Manual der Hörtherapie (Bd. 1). Stuttgart: Georg Thieme-Verlag KG.
Ein Zeichen der Wertschätzung – (Zu) Hören und Gehör schenken

Ein Zeichen der Wertschätzung – (Zu) Hören und Gehör schenken

Hörminderung – ein Thema des Alters? Nein. Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Gehör – je nach individueller Genetik und Belastung – schon in jungen Jahren nachlassen kann. Doch immer noch ist Schwerhörigkeit ein Tabuthema und bleibt deshalb bei Betroffenen lange unberücksichtigt. (Hellbrück & Ellermeier, 2004, S. 181ff) (Lazarus, Sust, Steckel, Kulka, & Kurtz, 2007, S. 309, 347, 372)

Mehr Lebensqualität durch gutes Hören

Dabei ist eine frühe Behandlung sehr zu empfehlen. Zum einen kann der Hörminderung dadurch entgegengewirkt werden, zum anderen wird die Lebensqualität durch gutes Hören erhalten oder gesteigert. Denn das Gehör ist dafür zuständig, aktiv in der Gemeinschaft zu sein, Hobbies auszuführen und auch im Straßenverkehr sicher agieren zu können. Gespräche und damit der wichtige soziale Kontakt, werden durch Hören ermöglicht.

Eine Studie eines Online-Akustikers[1] aus dem Jahre 2015 belegt dies (Kügle, 2015). Danach haben 81,3% der Befragten wieder mehr Freude am Leben und 71,1% fühlen sich wieder gesünder. Fühlen sich Menschen matt, müde, erschöpft, wird selten an das Gehör gedacht. Daher werden häufig Ärzte aufgesucht oder Ausreden gefunden. Doch die Ergebnisse zeigen, wie wichtig gutes Hören für ein gelungenes und glückliches Leben ist.

„Nicht sehen trennt von den Dingen, nicht hören trennt von den Menschen“
(Immanuel Kant)

Was das bedeutet, wird häufig erst mit zunehmendem Hörverlust spürbar. Unterhaltungen werden anstrengend und belastend. Es ist für Betroffene sehr unangenehm, häufig nachfragen zu müssen. Gleichzeitig kostet es viel Kraft und Energie, den Gesprächen zu folgen. Dies ermüdet schnell, weshalb sich die Menschen vermehrt zurückziehen und so immer mehr den Kontakt zu Mitmenschen verlieren. Sie gelangen in eine soziale Isolation.

Aktiver durch gutes Hören

Durch das Tragen gut angepasster Hörgeräte kann dies vermieden werden. So gaben 61,5% der durch Befragten an, seit dem Tragen der Geräte mehr mit ihren Partnern zu sprechen. Die gesamte Beziehung sei dadurch sogar wieder besser geworden. So gaben 45,7% an, durch Hörgeräte ein erfüllteres Liebesleben zurückerhalten zu haben.

Aber nicht nur in der Beziehung zum Partner sind positive Veränderungen zu vermerken. Das gesamte Verhalten wird positiv beeinflusst, denn mit dem besseren Hören wird auch das Selbstbewusstsein der Betroffenen gesteigert. Dies gaben 76,1% der Studienteilnehmer an. Auch führe die zurückgewonnene Sicherheit im Straßenverkehr, wie es durch 77% der Befragten bestätigt wird, zu mehr Unternehmenslust.

Die Menschen werden wieder aktiv, gehen in die Öffentlichkeit und nehmen am wichtigen Sozialleben teil. Das wirkt sich sowohl in der Freizeit als auch im Berufsleben positiv aus. So sagten 56,2% der Befragten, dass sie wieder mehr mit ihrer Familie unternehmen.

Auch Hobbies werden demnach wieder vermehrt wahrgenommen. Danach unternehmen 58,6% der Befragten wieder mehr in ihrer Freizeit. Allein das steigert das Wohlbefinden der Betroffenen. Die Aktivierung des Körpers, die frische Luft, die gute Laune – das und noch einiges mehr tragen weiter dazu bei.

Wir schenken Ihnen Gehör

Zögern Sie daher nicht, zu Ihrem Hörakustiker zu gehen, wenn Sie das Gefühl einer Hörminderung haben. Dieser schenkt Ihnen Gehör und berät Sie individuell. Lassen Sie sich dabei nicht nur Hörgeräte geben, sondern achten Sie auch darauf, dass Ihnen eine Gehörtherapie am besten vor der eigentlichen Hörgeräteanpassung angeboten wird. Denn erst durch diese wird gutes Hören möglich.


Works Cited

Hellbrück, J., & Ellermeier, W. (2004). Hören – Physiologie, Psychologie und Pathologie (2. Ausg.). Göttingen: Hogrefe-Verlag.

Kügle, P. M. (14. Juli 2015). Mehr hören – mehr leben – mehr lieben. Abgerufen am 21. Mai 2019 von Presseportal: https://www.presseportal.de/pm/107493/3070837

Lazarus, H., Sust, C. A., Steckel, R., Kulka, M., & Kurtz, P. (2007). Akustische Grundlagen sprachlicher Kommunikation. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.

Ängste nehmen, Gehör schenken

Ängste nehmen, Gehör schenken

7:00 Uhr. Leise dringt ein Klingeln in Arianes Wahrnehmung. Es wird immer lauter. Bis ihr bewusst wird: Das ist mein Wecker. Ein neuer Morgen, ein neuer Tag steht an. Was wird er wohl bringen? Sie steht auf, macht sich für den Tag bereit und geht schließlich zur Arbeit, wo sie sich voller Tatendrang an den Schreibtisch setzt. Kurze Zeit darauf kommt ein Kollege herein. Er möchte Feedback zu seiner Arbeit. „Oh je, hoffentlich muss ich nicht wieder zu viel nachfragen“, denkt Ariane. Das Gespräch läuft zu ihrer Erleichterung relativ gut, doch gelegentlich muss sie ihren Kollegen um Wiederholung, lauteres oder langsameres Sprechen bitten. Dieser lässt sich nichts anmerken, doch Ariane ist das peinlich. An diesem Tag hat sie glücklicherweise kein weiteres Gespräch…

Bewusst werden

In letzter Zeit fallen Ariane Gespräche zunehmend schwer. Häufig versteht sie ihre Kollegen nicht und muss nachfragen. Das ist ihr unangenehm, weshalb sie manchmal versucht, es einfach zu übergehen und zu hoffen, dass es nicht weiter auffällt. Zudem ist es sehr anstrengend. Sie merkt, dass sie häufig schon am Nachmittag ziemlich erschöpft ist. Früher war sie dann noch voller Tatendrang, ist ihren Hobbys nachgegangen, hat sich mit Freunden und Kollegen getroffen. Doch jetzt bleibt sie häufig zu Hause, um sich zu erholen. Arianes Gedanken drehen sich im Kreis: „Wie soll ich in Zukunft in der Arbeit zurechtkommen, wenn ich meine Kollegen so schlecht verstehe? Und, was denken diese überhaupt von mir? Ob sie schon was gemerkt haben?“

Familie schenkt Gehör

Auch Arianes Familie hat bereits festgestellt, dass sie Gesprächen nicht mehr so gut folgen kann und Ariane diese Situation – unausgesprochen – belastet. Arianes erwachsende Kinder und ihr Ehemann merken, dass sie mit der Situation sehr unglücklich ist. Gemeinsam sprechen die beiden Kinder ihre Mutter Ariane an, bringen das Thema Hörminderung an. Sensibel und hilfebietend schenken sie ihrer Mutter Gehör.

Hörakustiker schenken Gehör

Motiviert und unterstützt durch die Familie sucht Ariane wenige Tage später einen Hörakustiker auf. Neben vielen Erklärungen zum menschlichen Hören an sich steht für Ariane auch ein Hörtest auf dem Programm. Jedoch ganz anders als erwartet: Ariane durfte selbst steuern und so quasi ihr Gehör neu erleben. Ihr anfängliches Gefühl von Angst oder Pein – wie weggeblasen. Vielmehr dominieren Spannung und die Lust auf eine neu gewonnene Hör-Lebensqualität. Ein spezielles Gehörtraining, angepasst auf ihren individuellen Tagesablauf und ihre aktuelle Hörleistung, wird Ariane helfen, ihr Ziel – mehr Hörfitness – zu erreichen.

Gehörtherapie schenkt Gehör

Hörgeräte verstärken den eintreffenden Schall.

Auf dem Weg zu mehr Hörfitness ist ein Gehörtraining (z. B. von terzo) eigentlich unumgänglich. Denn Hörgeräte alleine verstärken nur die an der Ohrmuschel eintreffenden Töne. Im Gehirn gibt es allerdings Hörfilter, die dafür zuständig sind, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und zu trennen. Ohne diese wären normale Gespräche und zielgerichtetes Verstehen nicht möglich, weil auch das Vogelzwitschern, vorbeifahrende Autos und alle anderen Nebengeräusche genauso laut in die Hörverarbeitung kämen wie die Sprache. Es wäre also reiner Lärm. Werden die Hörfilter mit speziellen Aufgaben und Abläufen gestärkt und wiederaufgebaut, ist die Bahn frei für gutes, weil differenziertes (Zu-)Hören.

Gehör schenken – nicht nur eine Frage des Anstands. Wer anderen Gehör schenkt, wertschätzt:  In der Familie, der Gesellschaft, im Beruf. Gerade, wenn das Hörvermögen abnimmt, ist es deshalb besonders wichtig, Betroffene zu unterstützen. Ängste zu nehmen und unnötige Tabus zu brechen: Wann haben eigentlich Sie das letzte Mal „Gehör geschenkt“?