Hören ist wie Radfahren

Hören ist wie Radfahren

Hören ist wie Radfahren …

von Kevin Oppel, Hörakustiker und Experte rund ums bessere Verstehen *

…nur ohne Hinfallen.

„Das ist wie beim Radfahren – das verlernt man nicht.“ Und: „Übung macht den Meister!“
Zwei Aussprüche mit Aussagen, die wir als Adressat manchmal mit einem Zähneknirschen hinnehmen. Und letztlich – genau deshalb auch das Zähneknirschen – wahr sind. Dass wir so manche Tätigkeit, die wir schon länger nicht mehr ausgeübt haben, dennoch nach kurzer Zeit wieder beherrschen, ist erstmal eine tolle Sache. Der Weg dorthin, nämlich das Probieren, die Überwindung, sich wieder in den Sattel zu setzen, ist meist der größte (mentale) Stolperstein.
Und „Übung macht den Meister“? Von Haus aus sind wir nicht unbedingt die geduldigsten Wesen – gerade, wenn es um uns selbst geht. Das ist menschlich und genau deshalb wollen wir manchmal nicht viel davon wissen, dass wir üben, am Ball bleiben sollen. Nicht ganz, aber doch ähnlich verhält es sich mit unserem Gehör. Was viele nicht wissen: Hören und Verstehen kann trainiert werden.

Hören und Verstehen = Ohren und Gehirn

Hören ist ein komplexer Vorgang. Sinnbildlich denken wir immer zuerst an unsere Ohren, dabei findet Hören in seiner Ganzheit nicht nur dort, sondern auch im Gehirn statt. Das Ohr besteht aus Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Die akustischen Signale werden vom Außenohr – der Ohrmuschel – aufgenommen und an das Mittelohr weitergeleitet. Dort findet über das Trommelfell eine Verstärkung statt und die Schallwellen werden in mechanische Reize umgewandelt. Mit Hammer, Amboss und Steigbügel folgen nach dem Trommelfell die kleinsten Knochen des Menschen. Der Hammer nimmt die Schwingungen des Trommelfells auf, setzt damit über den Amboss den Steigbügel in Bewegung. Mit der Gehörschnecke, einem spiralig gewundenen und mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllten Knochenraum, im Innenohr verbunden, presst der Steigbügel die Flüssigkeit zusammen. Es entsteht eine Wanderwelle, welche wiederum Reize auf die sich in der Gehörschnecke befindenden Haarzellen ausübt. Die an den Haarzellen anfallenden Reize werden in Nervenimpulse umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet. Dort treffen die Impulse auf den Hörfilter, welcher wichtige von unwichtigen Signalen trennt und so überhaupt das Verstehen als Grundlage guten Hörens ermöglicht. Erst dadurch können wir – selbst in geräuschvollen Umgebungen – entspannt Gesprächen folgen und empfinden die Fülle der Geräusche nicht als Lärm oder Überlastung..

Hörfilter: Nur 30 Prozent landen in bewusster Hörverarbeitung

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, Informationen zu sortieren und zu filtern. Der Thalamus ist als Gehirnregion die Sammelstelle für Sinneseindrücke: Er wird deshalb gerne als „das Tor zum Bewusstsein“ bezeichnet. Auch Hörinformationen werden gefiltert. Von den auf das Außenohr treffenden Signale werden rund 70 Prozent ausgefiltert, nur 30 Prozent der Hörinformationen erreichen die bewusste Hörverarbeitung. Das ermöglicht uns das sogenannte selektive Hören, selbst in geräuschvollen Umgebungen: Mit einem intakten Hörfilter können problemlos Unterhaltungen geführt werden, auch wenn es um uns herum sehr belebt zugeht. Gleichzeitig schützt die Filterfunktion auch vor zu viel akustischem Input, der einer Reizüberflutung gleichkäme. Bei einer Hörminderung leiden die Hörfilter und werden zurückgebildet. Das Gehirn versucht dann, das Defizit der Ohren zu kompensieren, indem einfach alles Gehörte weitergeleitet wird, ohne zu unterscheiden was wichtig oder unwichtig ist. Betroffene haben deshalb primär Probleme mit dem Verstehen in geräuschvoller Umgebung. Aus einer geselligen Runde wird schnell mehr Frust als Lust.

Vom Radfahren …

Nochmals kurz und bündig: Die Ohren sind für das Hören zuständig, das Verstehen ist Aufgabe des Gehirns. Hat das Gehirn als verarbeitender Teil unseres Gehörs also seit längerem keine einwandfreien Signale mehr von den Ohren bekommen, hat es neben der reduzierten Filterung verlernt, wie verschiedene Geräusche klingen. Man spricht dann von einer sogenannten Hörentwöhnung. Die bei einer Hörminderung nötig gewordenen Hörgeräte verstärken zwar die eintreffenden Schallwellen und lassen wieder wesentlich mehr Reize auf das Innenohr und somit auf den Hörfilter treffen. Dieser kann jedoch mit der Flut aus verstärkten Geräuschen nichts mehr anfangen und leitet alle Signale weiter. Die Folge: Alles ist zu laut und zu viel! Eigentlich unnötig, denn der Hörfilter kann regeneriert werden. Erinnern wir uns an das eingangs erwähnte „Das ist wie beim Radfahren – das verlernt man nicht“: Auch dort wird es nach gewisser Abstinenz auf den ersten Metern wackelig sein, die Bewegungen sind ungewohnt, selbst kürzere Strecken anstrengend und erstmal kein großes Vergnügen. Ähnlich verhält es sich mit unserem Gehör: Das Gehirn muss nach einer Hörentwöhnung wieder lernen, wie bestimmte Geräusche klingen und, um eine akustische Reizüberflutung zu vermeiden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

…und Üben

„Übung macht den Meister“: Eine gezielte Gehörtherapie trainiert und reaktiviert die Hörfilter: Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass sich das Üben in Sachen Gehör bereits nach wenigen Tagen auszahlt und wichtige Töne wieder wesentlich besser von den für die jeweilige Situation unwichtigen Geräuschen getrennt werden. Der Aufwand dafür: etwa 30 bis 60 Minuten pro Tag für erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen. Ein Zeitraum, in dem beim wiedererlernten Radfahren noch der regelmäßige Muskelkater quälen dürfte – trotz aller Übung.

Kevin Oppel

lebt als gelernter Hörakustiker und Diplom-Betriebswirt (FH) seit fast 15 Jahren den praktischen und wissenschaftlichen Austausch zum Thema Hören, Tinnitus und ganzheitlicher Gehörrehabilitation. Sein Credo: „(Dazuge-)Hören ist Lebensqualität!“ Sein Weg dorthin: Methodische Herangehensweise und jede Menge Erfahrungen aus der Praxis.

Masken – Segen für die Gesundheit, Übel zum Verstehen

Masken – Segen für die Gesundheit, Übel zum Verstehen

Fehlendes Mundbild in der Kommunikation

Wir machen es nicht bewusst, aber dennoch nehmen wir kontinuierlich die Gesichtsregungen unseres Gesprächsgegenübers auf – und bewerten diese. Bedecken wir große Teile des Gesichts, etwa wie beim Gebrauch einer Mund-Nasen-Bedeckung, sehen wir nur noch die Augen und nahezu alle weiteren Gesichtsregungen, die unsere Mimik ausmachen und Emotionen transportieren, entfallen. Es wird ungleich schwieriger, sein Gegenüber dann zu verstehen und einzuschätzen.

Corona hat das Leben aller Menschen auf verschiedenste Weise beeinflusst und auf den Kopf gestellt – und stellt es noch immer. Soziale Bedürfnisse, wie der Wunsch nach Kommunikation, Kontakt und Gemeinschaft, wurden zum Schutz aller im Frühjahr auf ein Minimum heruntergefahren: Social distancing – eine ganz besondere, bislang ungekannte Herausforderung. Abstandsregeln sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in öffentlichen Räumen stellen uns vor Herausforderungen, die den meisten bisher vielleicht gar nicht bewusst waren: Denn unsere Kommunikation wird durch die Maske massiv erschwert.

Lippenbild für funktionierende Kommunikation
Für Menschen mit Hördefizit äußert sich das fehlende Mundbild besonders drastisch – es wird fast unmöglich, den anderen zu verstehen. Hörgeschädigte sind auf das Lippenbild angewiesen – unabhängig davon, ob sie bereits mit Hörgeräten versorgt sind oder (noch) nicht. Für sie verändert sich das soziale Leben und Miteinander durch die Maskenpflicht demnach noch viel tiefgreifender als für „normal Hörende“. Und: Ihre Kommunikation wird zusätzlich erschwert. Nach einigen Wochen fanden sich vereinzelt Masken mit Sichtfenster im Mundbereich – eine Erleichterung, aber längst keine nachhaltige Lösung (für Menschen mit behandelbarer Hörminderung).

Dämpfung um fast 12 dB durch FFP2-Maske
Eine kürzlich publizierte Studie [1] zeigt, dass eine Maske wie ein Sprachfilter wirkt: Töne und Sprache werden beeinträchtigt, das Hören und Verstehen komplexer bis unmöglich. Eine herkömmliche medizinische Maske reduziert die hohen Frequenzen (2 kHz bis 7 kHz) um 3 bis 4 Dezibel (dB), eine N95- bzw. FFP2-Maske sogar um fast 12 dB – das entspricht ungefähr dem Rascheln von trockenem Laub, durch das man läuft. Die in vielen Geschäften als ergänzende Schutzmaßnahme aufgestellten Plexiglaswände minimieren das Hören und Verstehen durch die Schalldämpfung zusätzlich.

Für den einen Hürde, für den anderen Vorwand?
Für Schwerhörige stellen diese Maßnahmen eine hohe Hürde in ihrer täglichen Kommunikationsfähigkeit dar. Für manch anderen mag es den idealen Vorwand bieten, sein eigenes schlechtes Hören zu rechtfertigen – wer gibt schon gerne zu, dass er nicht mehr gut hört?

Tabu Schwerhörigkeit?
Schwerhörigkeit wird auch in unserer modernen Gesellschaft noch immer tabuisiert oder stigmatisiert. Ein möglicher Ursprung dafür lässt sich im Sprachlichen finden: Das Wort „taub“ entstammt dem althochdeutschen Wort „tumb“. Wer schwer hört, sei also dumm.

Und tatsächlich lässt sich ein Hörverlust noch relativ lange nach Bemerken/Auftreten kompensieren, indem Betroffene zur Unterstützung des Verstehens das Mundbild lesen. Mit einem Schlag – Corona – entfällt dieses Kompensationsmittel komplett.

Ursachensuche – Maske oder Gehör?
Liegt das schlechte Verstehen nun wirklich an den schalldämpfenden Masken und Plexiglaswänden? Im Fall von Unsicherheit empfiehlt sich eine Überprüfung des Gehörs durch HNO-Arzt und/oder Hörakustiker. Der geht der Ursache – Masken und Plexiglaswände oder doch ein nachlassendes Gehör – auf den Grund und schafft Gewissheit. Stellt sich ein nachlassendes Gehör als Ursache heraus, helfen Hörgeräte, um die vorhandenen Defizite auszugleichen und trotz Maskenpflicht wieder eine gut funktionierende und freudvolle Kommunikation möglich zu machen.

Hörgeräteträger, die unter den Corona-Bedingungen Schwierigkeiten haben, sollten ihre Hörgeräteeinstellung überprüfen und gegebenenfalls anpassen lassen.

Aufgehorcht: Ohr= Hören, Gehirn = Verstehen
Hörgeräte versorgen nur die Schädigung der Ohren, also das Hören. Für das Verstehen ist aber das Gehirn zuständig. Und dieses muss für ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis unbedingt durch ein in die Hörgeräteversorgung eingebundenes Hörtraining mitversorgt werden. Achten Sie nach Möglichkeit bereits vor Besuch eines Akustikers darauf, dass begleitend zur Hörgeräteversorgung ein Hörtraining als konzeptioneller Bestandteil angeboten und durchgeführt wird. Dann steht einer freudvollen Kommunikation (fast) nichts mehr im Wege.

[1] Goldin A, Weinstein BE, Shiman N. How do medical masks degrade speech perception? Hearing Review. 2020;27(5):8-9.

Schwerhörigkeit und Demenz?

Schwerhörigkeit und Demenz?

„Ja. Ja, das werde ich machen.“ Damit schlägt er die Zeitung zu, steht auf und geht zum Telefon. Er wählt die Nummer aus dem Artikel und vereinbart einen Termin. Glücklich, das gelesen zu haben, nimmt er sich nun einen Kaffee und eine weitere Zeitschrift.

Je früher, desto besser Demenz vorbeugen

Peter ist Mitte 50. Er ist Angestellter in einer Bank und sehr beliebt bei seinen Kollegen und Kunden. Denn Peter ist immer freundlich und fröhlich, hat zu fast jeder Frage eine Antwort und hilft auch mal bei handwerklichen Themen. Er besitzt zusammen mit seiner Frau ein schönes kleines Haus mit Garten. In diesem sitzt er sehr gerne, um vom Alltag auszuspannen und wieder Energie zu tanken.

So auch heute. Gerade kam Peter von seiner Arbeit nach Hause. Da er noch alleine ist, nimmt er eine Zeitschrift und legt sich damit in die Hängematte in seinem Garten. Es ist ein schöner Sommertag mitten im August. Die Sonne strahlt in voller Kraft, Vögel zwitschern und Libellen und Schmetterlinge schwirren durch die Luft. Sträucher und Bäume geben ein tolles Farbenspiel mit all den Früchten, die zwischen dem Grün der Blätter leuchten.

Peter genießt diese Idylle, atmet tief die laue Sommerluft ein und schlägt die Zeitung auf. „So beugen Sie einer Demenz vor“, liest er in der Zeitschrift. ‚Hm, so langsam muss ich mich mit solchen Themen auch befassen‘, denkt er sich. Obwohl er sich lange noch nicht alt fühlt. Aber die Vorstellung, sich im Alter an nichts mehr erinnern zu können, wirre zu reden und sich nicht mehr orientieren zu können, verängstigt ihn. Deshalb möchte er wissen, was die Experten hier im Artikel raten und liest weiter:

Auf Schwerhörigkeit testen, Demenz erkennen

Es gibt ca. 50 verschiedene Formen der Demenz, wobei die häufigste die Alzheimer-Demenz ist. Sie hat einen Anteil von ca. 60-70 %. Weil die Krankheit meist erst im höheren Alter auftritt, ist umgangssprachlich häufig von Altersdemenz die Rede. [1]

Doch die Ursachen der einzelnen Formen sind vielfältig. Alzheimer wird beispielsweise durch Eiweißablagerungen im Gehirn verursacht, die den Stoffwechsel der Nervenzellen stören. Bei anderen Formen liegen Durchblutungsstörungen vor. Gemeinsam haben alle Demenzerkrankungen, dass Nervenzellen im Gehirn absterben und die Verbindungen zwischen den Zellen dauerhaft verloren gehen. Dadurch kommt es schließlich zu den Symptomen einer Demenz. [2] [1]

Zunächst wird das Kurzzeitgedächtnis geschädigt. Betroffene verlegen häufig Gegenstände, sie können sich immer schlechter konzentrieren und werden vergesslich. Es fällt ihnen immer schwerer, sich besonders in fremden Umgebungen zu orientieren. Auch die Sprache leidet, wobei sich die ­­Erkrankten selbst an alltäglich gebrauchte Wörter nicht mehr erinnern können. [3]

Im späteren Verlauf wird das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen. Erinnerungen an Erlebnisse aus früheren Jahrzehnten gehen verloren. Auch Angehörige werden immer weniger erkannt. Schreitet die Krankheit noch weiter fort, bauen Betroffene zudem körperlich ab und benötigen verstärkt Hilfe. [3]

Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Demenz

Doch es gibt Möglichkeiten, diesem vorzubeugen. Eine davon ist es, Schwerhörigkeit zu vermeiden und zu behandeln. Denn laut einer Studie des Forscherteams von Frank Lin vom Johns Hopkins Center on Aging and Health in Baltimore/USA erhöht eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko von Demenz und Depression im Alter.

Hören findet zum Großteil im Gehirn statt. Das Ohr selbst nimmt über das Außenohr die Geräusche der Umgebung auf, verstärkt sie im Mittelohr über das Trommelfell und nochmals im Innenohr über die Hörschnecke. Im Anschluss werden sie in elektrische Signale umgewandelt und so an das Gehirn weitergeleitet. Hier werden alle eintreffenden Töne gefiltert, wodurch nur das Wesentliche gehört wird. Erst dadurch wird es möglich, Gesprächen zu folgen und die Fülle der Geräusche nicht als Lärm zu empfinden.

Tritt eine Hörminderung auf, gelangen nicht mehr alle Geräusche zum Hörfilter. Aus diesem Grund baut dieser ab, Nervenzellen gehen verloren und der Verzweigungsgrad des neuronalen Netzes wird reduziert. Er verliert an Leistungsfähigkeit und damit nach und nach seine Filterfunktion (s. Infokasten „Hörfilter“). Töne, Worte, Klänge und Emotionen werden nicht mehr entschlüsselt: Der Mensch wird unsicher, zieht sich zurück und kann in eine soziale Isolation geraten.

Dadurch ist das Gehirn weniger Reizen ausgesetzt, was zu einem erhöhten Demenzrisiko und zu Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit führen kann. Gleichzeitig sind Menschen, die schlecht hören, auch in ihrer räumlichen Wahrnehmung eingeschränkt. Denn das Gehör ist dafür zuständig zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und wie weit entfernt es ist. Der Verlust dieser Fähigkeit verstärkt die Unsicherheit und kann sich auf die Bewegungsabläufe auswirken.

Dieser Prozess ist reversibel, weshalb es sich lohnt, frühzeitig zum Akustiker oder Ohrenarzt zu gehen und einen Hörtest machen zu lassen.

Mit einem Hörtest Demenz vorbeugen

Denn Menschen, die (wieder) gut hören, senken ihr Risiko, an Demenz zu erkranken. Der Gang zum Hörakustiker kann somit eine Möglichkeit sein, den Ausbruch von Demenz zu verzögern. Experten raten: „Ein Hör-Check einmal im Jahr bringt Gewissheit über den Hörstatus. Wird dabei ein Hörverlust festgestellt, so sollte die Versorgung möglichst frühzeitig beginnen, damit das Gehirn die Informationen verarbeiten kann und nicht verlernt, mit den Sinnesreizen umzugehen.“ Das terzo-Zentrum empfiehlt, den Folgen eines Hörverlustes mit der Kombination aus der speziell entwickelten terzo-Gehörtherapie und Hörgeräteversorgung entgegenzuwirken.

Ein systematisches Gehörtraining kann dafür sorgen, diesen Teufelskreis aus Hörverlust und Isolation durchbrechen. Es sorgt für geistige Fitness, bis ins hohe Alter hinein, und kann so Demenz vorbeugen.

„Ja. Ja, das werde ich machen!“ Peter schlägt die Zeitung zu. Er steht auf, geht zum Telefon und wählt die Nummer im Artikel. Sofort vereinbart er einen Termin für einen Hörtest. Glücklich, das gelesen und sofort gehandelt zu haben, nimmt er sich eine Tasse Kaffee und eine weitere Zeitschrift und geht in seine Hängematte zurück.

Über terzo:

„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de

Works Cited

[1] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, “Demenzerkrankung – eine Einführung,” [Online]. Available: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenzerkrankung.html. [Accessed Juli 2019].
[2] M. Feichter, “Demenz,” 27 Februar 2018. [Online]. Available: https://www.netdoktor.de/krankheiten/demenz/. [Accessed Juli 2019].
[3] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, “Demenzsymptome,” [Online]. Available: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/demenz-symptome-und-verlauf.html. [Accessed Juli 2019].
Ängste nehmen, Gehör schenken

Ängste nehmen, Gehör schenken

7:00 Uhr. Leise dringt ein Klingeln in Arianes Wahrnehmung. Es wird immer lauter. Bis ihr bewusst wird: Das ist mein Wecker. Ein neuer Morgen, ein neuer Tag steht an. Was wird er wohl bringen? Sie steht auf, macht sich für den Tag bereit und geht schließlich zur Arbeit, wo sie sich voller Tatendrang an den Schreibtisch setzt. Kurze Zeit darauf kommt ein Kollege herein. Er möchte Feedback zu seiner Arbeit. „Oh je, hoffentlich muss ich nicht wieder zu viel nachfragen“, denkt Ariane. Das Gespräch läuft zu ihrer Erleichterung relativ gut, doch gelegentlich muss sie ihren Kollegen um Wiederholung, lauteres oder langsameres Sprechen bitten. Dieser lässt sich nichts anmerken, doch Ariane ist das peinlich. An diesem Tag hat sie glücklicherweise kein weiteres Gespräch…

Bewusst werden

In letzter Zeit fallen Ariane Gespräche zunehmend schwer. Häufig versteht sie ihre Kollegen nicht und muss nachfragen. Das ist ihr unangenehm, weshalb sie manchmal versucht, es einfach zu übergehen und zu hoffen, dass es nicht weiter auffällt. Zudem ist es sehr anstrengend. Sie merkt, dass sie häufig schon am Nachmittag ziemlich erschöpft ist. Früher war sie dann noch voller Tatendrang, ist ihren Hobbys nachgegangen, hat sich mit Freunden und Kollegen getroffen. Doch jetzt bleibt sie häufig zu Hause, um sich zu erholen. Arianes Gedanken drehen sich im Kreis: „Wie soll ich in Zukunft in der Arbeit zurechtkommen, wenn ich meine Kollegen so schlecht verstehe? Und, was denken diese überhaupt von mir? Ob sie schon was gemerkt haben?“

Familie schenkt Gehör

Auch Arianes Familie hat bereits festgestellt, dass sie Gesprächen nicht mehr so gut folgen kann und Ariane diese Situation – unausgesprochen – belastet. Arianes erwachsende Kinder und ihr Ehemann merken, dass sie mit der Situation sehr unglücklich ist. Gemeinsam sprechen die beiden Kinder ihre Mutter Ariane an, bringen das Thema Hörminderung an. Sensibel und hilfebietend schenken sie ihrer Mutter Gehör.

Hörakustiker schenken Gehör

Motiviert und unterstützt durch die Familie sucht Ariane wenige Tage später einen Hörakustiker auf. Neben vielen Erklärungen zum menschlichen Hören an sich steht für Ariane auch ein Hörtest auf dem Programm. Jedoch ganz anders als erwartet: Ariane durfte selbst steuern und so quasi ihr Gehör neu erleben. Ihr anfängliches Gefühl von Angst oder Pein – wie weggeblasen. Vielmehr dominieren Spannung und die Lust auf eine neu gewonnene Hör-Lebensqualität. Ein spezielles Gehörtraining, angepasst auf ihren individuellen Tagesablauf und ihre aktuelle Hörleistung, wird Ariane helfen, ihr Ziel – mehr Hörfitness – zu erreichen.

Gehörtherapie schenkt Gehör

Hörgeräte verstärken den eintreffenden Schall.

Auf dem Weg zu mehr Hörfitness ist ein Gehörtraining (z. B. von terzo) eigentlich unumgänglich. Denn Hörgeräte alleine verstärken nur die an der Ohrmuschel eintreffenden Töne. Im Gehirn gibt es allerdings Hörfilter, die dafür zuständig sind, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und zu trennen. Ohne diese wären normale Gespräche und zielgerichtetes Verstehen nicht möglich, weil auch das Vogelzwitschern, vorbeifahrende Autos und alle anderen Nebengeräusche genauso laut in die Hörverarbeitung kämen wie die Sprache. Es wäre also reiner Lärm. Werden die Hörfilter mit speziellen Aufgaben und Abläufen gestärkt und wiederaufgebaut, ist die Bahn frei für gutes, weil differenziertes (Zu-)Hören.

Gehör schenken – nicht nur eine Frage des Anstands. Wer anderen Gehör schenkt, wertschätzt:  In der Familie, der Gesellschaft, im Beruf. Gerade, wenn das Hörvermögen abnimmt, ist es deshalb besonders wichtig, Betroffene zu unterstützen. Ängste zu nehmen und unnötige Tabus zu brechen: Wann haben eigentlich Sie das letzte Mal „Gehör geschenkt“?

Der richtige Hörakustiker

Der richtige Hörakustiker

Er sitzt in seinem Zimmer. Erschöpft hat er sich in den Sessel fallen lassen, nachdem er nach Hause gekommen ist. Seitdem sind einige Stunden vergangen. Es ist bereits dunkel.

Manfred Bauer ist Anfang 50. Bereits seit einiger Zeit merkt er, dass er am Abend sehr müde ist. Ihm fällt auf, dass er häufig Gesprächen in der Pause kaum folgen kann. Immer wieder muss er nachfragen. Akustische Lücken versucht er selbst durch logische Schlussfolgerungen zu schließen. Doch häufig kommt er nicht mehr nach. Es ist daher äußerst anstrengend für ihn, sich auf die Gespräche seiner Kollegen zu konzentrieren. Insbesondere, wenn diese in der Gruppe stattfinden. Häufig traut er sich nicht mehr, etwas dazu beizutragen.

Hörminderung erkennen

Schließlich reißt er sich aus seinen Gedanken, nimmt seine Tageszeitung und schlägt sie auf. Da fällt plötzlich ein Flyer heraus. Er hebt ihn auf und liest „… denn Lebensqualität ist dazugeHÖREN.“ Sofort fühlt er sich davon angesprochen. Innerlich scheint sich eine Freudenwelle auszubreiten. Er schaut sich den Flyer genauer an. Es ist Werbung eines Hörakustikers. Wie passend, wo er sich doch gerade Gedanken zu seinem Hören gemacht hat. Vielleicht sollte er tatsächlich mal einen Hörtest machen lassen.

Am nächsten Tag geht Manfred daher nach Feierabend durch die Stadt. Auf dem Weg geht er an einigen Hörakustikern vorbei. Viele bieten kostenlose Hörtests an. Doch irgendwie kann er sich nicht überwinden, hineinzugehen. Nach was soll er den Hörakustiker auswählen? Eigentlich ähneln sich alle. Wie läuft ein Besuch beim Hörakustiker ab? Und was kommt nach dem Hörtest? Bekommt er dann gleich ein Hörgerät?

Er sammelt ein paar Werbezettel ein, um sich zunächst unverbindlich und ungestört zu informieren. Viele dieser Broschüren bieten einiges Interessantes über das Hören. Aber die Informationen über die Vorbereitung auf den Termin beim Hörakustiker schreckt ihn ab. Viele Fragen davon kann er gar nicht beantworten. So legt er die Infoblätter wieder zur Seite.

Gehörtherapie entdecken

Beim Fernsehen nimmt Manfred noch einmal den Flyer vom Vortag in die Hand. … denn Lebensqualität ist dazugeHÖREN, springt ihn wieder direkt an. Er schlägt den Flyer auf und liest ein paar Fragen. Schon die ersten drei Fragen kann er sofort mit „Ja“ beantworten. Beim weiteren Lesen erfährt er von einer Gehörtherapie. Das hört sich gut an. Er beschließt, noch einmal die Hörakustiker seiner Stadt abzuklappern. Vielleicht gibt es einen, der so etwas anbietet und ihn diesbezüglich gut berät.

Hörtraining für besseres Sprachverstehen

Am Folgetag läuft Manfred wieder durch die Stadt. Diesmal weiß er, wonach er fragen möchte und geht in das erste Geschäft eines Hörakustikers. Doch dieser kennt keine Gehörtherapie und empfiehlt ihm direkt Hörgeräte. Der Hörakustiker stellt viele Fragen zum Hörvermögen, die Herr Bauer gar nicht beantworten kann. Seit wann er schlechter hört oder in welchen Situationen ihm das Hören schwerfällt. Er fühlt sich äußerst unwohl dabei. Den Hörtest lehnt er daher ab.

Er will zunächst andere Akustiker anschauen. Doch egal, wo er hinkommt, überall ist es ähnlich. Herr Bauer fühlt sich immer schlechter. Er hat das Gefühl, nicht mehr selbst entscheiden zu können. Daher beschließt er, wieder nach Hause zu gehen, um noch einmal den Flyer anzusehen. Diesen einen Versuch will er noch machen. Wenn ihn der Flyer so anspricht, ist es dort vielleicht anders als das, was er heute erlebt hat.

Der Weg zu besserem Hören

Wieder zu Hause findet er eine Webadresse, auf der die Anbieter aufgeführt sind. Dort findet er einen Anbieter ganz in seiner Nähe. Er ruft an und vereinbart eine Erstberatung. Zu seiner Freude muss er nichts vorbereiten, nur Interesse und die Bereitschaft an besserem Hören mitbringen. Das hat er, denkt sich Manfred. Zudem hört sich der Berater am Telefon ganz freundlich an. Manfred hat ein gutes Gefühl und freut sich sogar auf den Termin.

Hörtraining für zuhause

Zur vereinbarten Zeit betritt Manfred das Geschäft des Hörakustikers. Es ist hell und freundlich gestaltet. Ebenso freundlich wird er empfangen und ihm ein Getränk angeboten. Er fühlt sich willkommen und wertgeschätzt.

Einen Moment muss er noch warten. Währenddessen schaut er sich um und stellt fest, dass im Gegensatz zu seinen bisherigen Erfahrungen hier kaum für Hörgeräte geworben wird. Sein positives Gefühl verstärkt sich dadurch.

Schließlich wird er in einen Hörerlebnisraum gebeten, um ungestört sprechen zu können. Ungezwungen unterhalten sie sich. Manfred erhält viele Informationen über das Hören und Verstehen und erfährt, dass dazu nicht nur die Ohren, sondern auch die Hörverarbeitung im Gehirn gefragt ist. Um Hörgeräte und vor allem deren Hersteller geht es bei all den Informationen nicht.

Aufklärung durch den Hörakustiker

So gut aufgeklärt, möchte Manfred nun wissen, wie es denn bei ihm aussieht. Der Berater geht freundlich auf den Wunsch ein. Er erklärt Manfred, wie sie gemeinsam mit einem speziellen Hörfiltertest ermitteln, wie gut Manfred gesprochene Worte in ruhigen, aber auch geräuschvollen Situationen noch verstehen kann. Anschließend führt Manfred unter Anleitung des Akustikers eine Selbstaudiometrie durch, bei der er selbst wahrnehmen kann, ab welcher Lautstärke er verschiedene Hörsignale wahrnimmt.

Bisher kannte Manfred nur Tests, in denen er Pieptöne vorgespielt bekam und sagen musste, wenn er diese hört. Das macht viel mehr Spaß und bringt ganz andere Ergebnisse. Manfred bleibt völlig selbstbestimmt, muss sich nichts diktieren lassen.

Das Ergebnis wird visuell dargestellt. Sein Berater erklärt Manfred genau, was die Kurven bedeutet. Mit diesem genauen Bild seines Hörvermögens möchte er nun wissen, was er tun kann, um wieder besser zu hören. Um Hörgeräte kommt er nicht drum herum. Die sind wichtig, um wieder alle Töne verstärkt an den Hörfilter heranzuführen. Gleichzeitig muss jedoch dieser trainiert werden, damit die wiedererlangte Geräuschwelt nicht zur Lärmbelastung wird.

Hierfür würde Manfred spezielle, auf ihn abgestimmte Hörübungen, einen CD-Player mit Aufgabenbuch erhalten, sowie hochwertige Trainingshörgeräte. Über zwei Wochen müsste er täglich die Aufgaben durchführen und wöchentlich zu einem Gespräch kommen, um den Fortschritt zu überprüfen. Das hört sich für Manfred gut an. Er möchte sofort starten und vereinbart daher mit seinem Berater einen Termin für den Beginn der Gehörtherapie.

Bereits nach zwei Wochen Gehörtraining fühlt sich Manfred wieder fit und nimmt aktiv an den Gesprächen teil. Seine Kollegen stellen das auch fest und sind erstaunt über den Grund dafür. Manch einer spielt deshalb ebenfalls mit dem Gedanken, sich einmal zur Gehörtherapie beraten zu lassen. Sie können den großen Gewinn an wiedererlangter Lebensqualität sehen und spüren – und die Hörgeräte sind auch kaum zu sehen.


„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de

Wenn Hören Stress bedeutet

Wenn Hören Stress bedeutet

Eine junge Frau fühlt sich ausgebrannt. Sie sitzt in ihrem Wohnzimmer, fühlt sich leer und kraftlos. Ihre Gedanken schweifen ab. Sie denkt an die Zeit zuvor, wieviel Energie sie doch immer hatte und wieviel Freude ihr Kundentermine bereitet haben.

‚Muss ich wirklich zum Arzt gehen? Habe ich vielleicht wirklich Burnout?‘ Diese Fragen stellt sie sich immer wieder. Sie will es nicht wahrhaben.

Gedankenverloren blättert sie durch eine Zeitschrift, als ihr Blick an einer Annonce hängen bleibt. „Gutes Hören ist dazugeHÖREN“ – Ja, das ist, was sie will. Sie will wieder dazugehören.

Doch „gutes Hören“ hieße ja, sie würde jetzt schlecht hören. Kann das sein? Sie erinnert sich an die letzten Wochen. Wenn sie genau darüber nachdenkt, muss sie sich eingestehen, dass sie häufiger nachgefragt und das Gefühl hatte, alle um sie herum nuscheln. Aber schlecht hören? Das will sie nicht wahrhaben. Dann müsste sie ja Hörgeräte tragen. Nein, das will sie nicht.

Doch in der Nacht lassen sie die Gedanken nicht los. Sie schläft unruhig. Immer wieder denkt sie an die schönen Zeiten und an ihre jetzigen depressiven Gefühle. Immer wieder kommt ihr die Anzeige in den Kopf. Immer wieder drehen sich ihre Gedanken um Burnout, Antriebslosigkeit und Hören.

Neue Wege gehen

Irgendwann setzt sie sich auf. Ihre Gedanken nerven sie. Sie nimmt sich die Zeitschrift wieder zur Hand, sucht die Anzeige heraus und liest von einer Gehörtherapie. ‚Vielleicht ist das ja wirklich die Lösung‘, denkt sich die junge Frau. ‚Probieren könnte ich es ja. Es kostet nichts und ist immer noch besser, als zum Psychologen zu gehen.‘

Ihrem Gefühl folgend geht sie am nächsten Tag zum Hörakustiker. Dort wird sie von einer freundlichen Mitarbeiterin empfangen, weshalb sie sich sofort wohl fühlt. Die junge Frau erklärt der Mitarbeiterin ihre Situation und hofft, nicht zum Psychologen geschickt zu werden. Doch die Hörakustikerin bedankt sich für das Vertrauen und bestätigt der Frau, genau den richtigen Weg gegangen zu sein.

Hörstress durch Fehlinformationen

Tatsächlich kann Hören Stress verursachen, erklärt die Beraterin. Dies geschieht, wenn eine Hörminderung einsetzt. Dadurch gelangen nicht mehr alle Töne in das Gehirn zum Hörfilter, es wird immer weniger gehört. Immer häufiger muss die betroffene Person nachfragen, immer genauer hinhören, um etwas zu verstehen. Das ist anstrengend und bedeutet Stress. Denn es werden zusätzliche kognitive Ressourcen und eine höhere Konzentrationsfähigkeit benötigt.

Gleichzeitig findet eine soziale Isolation statt. Zum einen fühlen sich viele Betroffene in ihrer Kommunikation eingeschränkt. Es kommt zu vielen Missverständnissen, Gesagtes können sie nicht verstehen. Das ist ihnen unangenehm, weshalb sie immer häufiger Gespräche meiden. Aber auch durch die Anstrengungen die akustischen Lücken zu füllen, ziehen sich Betroffene häufig zurück, um wieder Kräfte zu sammeln. Sie können somit weniger am aktiven Leben teilhaben.

Hinzu kommt häufig emotionaler Stress. Eigene Einstellungen, Erwartungen und Befürchtungen erzeugen negative Gefühle. Zum Beispiel haben Betroffene häufig Angst davor, dass andere schlecht über sie denken. Sie wollen nicht noch einmal nachfragen oder befürchten, als alt zu gelten, wenn ihr Hörvermögen nachlässt.

Die junge Frau nickt, als ihr die Beraterin dies erklärt. Sie hat genau das erlebt. Auch das Betreten des Geschäftes hat sie große Überwindung gekostet und sie hat vorher geprüft, ob sie auch niemand Bekanntes sieht.

Derartige negativen Grundannahmen führen zu sehr hohen sozialen und emotionalen Belastungen, die sich auf psychischer Ebene nachteilig auswirken können. Je nach Personentyp ist dies äußerst unangenehm und kann krank machen – bis hin zu einem Burnout. Denn der anhaltende Hörstress, gepaart mit dem emotionalen Stress, können zu körperlichen Erschöpfungssymptomen führen.

Den Hörstress bewältigen

Um etwas dagegen zu tun, müssen die Geräusche verstärkt werden, weshalb Hörgeräte notwendig werden. Diese bewirken, dass alle Töne wieder in die Hörverarbeitung geleitet werden. Dort befindet sich der Hörfilter, der dafür zuständig ist, wichtige von unwichtigen Geräuschen zu trennen und so erst gutes Hören zu ermöglichen.

Hat eine Hörminderung eingesetzt, wird der Filter durch die fehlenden Hörinformationen weniger genutzt und kann häufig nicht mehr korrekt seine Aufgabe ausführen. Der Hörfilter ist untrainiert. Gelangen die durch das Hörgerät verstärkten Töne nun zu ihm, kann er mit der Geräuschflut nicht mehr umgehen und leitet alle Töne weiter. Es entsteht Lärm und erzeugt somit wiederum Stress. Meistens werden dadurch die Hörgeräte wieder abgelegt.

Um dies zu vermeiden und den Hörfilter wieder zu trainieren, wurde die terzo®Gehörtherapie entwickelt. Durch spezielle Übungen gelingt es Betroffenen nach und nach, wieder wichtige von unwichtigen Geräuschen zu trennen. In Folge dessen kann wieder Gesprächen gefolgt und aktiv an diesen teilgenommen werden. Der Stress wird reduziert, was zu neuer Lebensfreude führt.

Die junge Frau ist begeistert. Sie will keine Zeit verlieren. Sofort nimmt sie deshalb das Angebot eines Hörtests an und beginnt daraufhin mit der Gehörtherapie. Zum ersten Termin erhält sie viele Informationen zum Ohr, dem Hören und den Möglichkeiten einer Hörminderung. Sie ist überrascht, wie vielfältig diese sein kann und dass sie so individuell wie ein Fingerabdruck ist.

Eine Gehöranalyse zeigt ihr ganz persönliches Profil. Die junge Frau ist fasziniert davon. Plötzlich ist es nicht mehr lästig, sondern sehr spannend. Die Beraterin erklärt, wie entsprechend die Trainingshörgeräte eingestellt werden und die Gehörtherapie verläuft. Abformungen ihrer Ohren für die individuellen Ohrpassstücke, die einzelnen Beratungstermine für den gesamten Therapieverlauf und die vielen neu gewonnenen Informationen lassen die Frau motiviert und mit neuer Energie nach Hause gehen.

Beginn der Gehörtherapie

Dann ist es endlich soweit. Zum Trainingsanfangsgespräch kann die junge Frau ihre Fragen, die ihr noch zur Gehöranalyse aufgekommen sind, loswerden. Ihre Beraterin nimmt sich viel Zeit dafür und beantwortet alles genau. Dadurch fühlt sich die Frau ernst genommen und sicher. Das braucht sie jetzt auch, denn zum ersten Mal in ihrem Leben erhält sie Hörgeräte. Der jungen Frau wird es etwas mulmig bei diesem Gedanken. Doch die Beraterin nimmt ihr das schlechte Gefühl und passt die Hörgeräte souverän und professionell an.

Und dann das erste Hören mit den Trainingshörgeräten. Es ist eine Lautstärke, die die junge Frau nicht mehr gewohnt ist. Plötzlich kommen so viele Geräusche an. Ihre Stimme klingt ganz anders. Ihre Beraterin beruhigt sie und erklärt, dass das ganz normal ist. Je länger eine Hörentwöhnung stattfindet, desto stärker ist dieses Gefühl. Das Gehirn muss sich erst wieder daran gewöhnen, weshalb sie diese Einstellung über den gesamten Termin hinweg unverändert lässt.

„Genau aus diesem Grund ist es zudem sehr wichtig, die Hörgeräte ganztags zu tragen“, erklärt die Beraterin weiter. Nur so kann eine optimale Gewöhnung sichergestellt werden. Andernfalls wird das Gehirn immer wieder die neu gewonnene Hörfähigkeit als Belastung empfinden, was früher oder später dazu führen kann, die Hörgeräte nicht mehr zu nutzen. Ziel ist es jedoch, wieder aktiv am Leben teilhaben zu können und Hörstress zu reduzieren. Das gelingt nur mit der korrekten Schulung des Gehörs durch konsequentes Tragen der Hörgeräte.

Das versteht die junge Frau. Wenn sie Sport macht, muss sie auch die anfänglichen Schwierigkeiten überwinden. Führt sie die Übungen aber konsequent durch, wird sie mit hoher Fitness belohnt. Verstärkt wird dieser Gedanke durch die nun durchgeführte Sprachmessung. Das Filtern der wichtigen Geräusche muss mit der Gehörtherapie trainiert werden.

Und dann wird es nochmal richtig spannend. Die junge Frau erhält ein Tablet mit einer speziellen App für das Training. Unter Anleitung der Beraterin testet sie die Funktionalitäten. Auch erste Übungen führt sie durch. Nachdem sich die Frau sicher in der Bedienung fühlt und den Ablauf des Trainings verstanden hat, erklärt die Beraterin den korrekten Umgang mit den Hörgeräten und bespricht die weiteren Termine. Schließlich vereinbaren sie einen Telefontermin am nächsten Tag. Damit und mit ihren Arbeitsmaterialien bestückt wird die junge Frau verabschiedet. Glücklich und motiviert geht sie nach Hause.

Bereits am Nachmittag beginnt sie mit dem Training. Sie ist gespannt, was möglich ist und ist in freudiger Erwartung, bald wieder gut Gespräche verstehen zu können. Alles klappt wunderbar. Auch das Abnehmen der Hörgeräte am Abend und wieder Einsetzen am Morgen gelingt ihr gut. Sie hat das Gefühl, dass sich ihr Gehirn jetzt schon mehr an die neue Geräuschwelt gewöhnt hat. All das berichtet sie fröhlich, als ihre Beraterin sie anruft.

Mit konsequentem Training zum guten Verstehen

Bereits eine Woche später geht die junge Frau zum nächsten Termin ihres Akustikers. In der Zwischenzeit hat sie täglich trainiert. Das Tragen der Hörgeräte fiel ihr immer leichter und wurde immer mehr zur Normalität. ‚Eigentlich ist es genauso, wie täglich eine Brille aufzusetzen. Nur, dass die Geräte abends aus- und morgens eingeschaltet werden müssen‘, denkt sie sich.

Die Beraterin ist von dem positiven Bericht der jungen Frau begeistert. Sie lobt die Bemühungen und die Mitarbeit. Dann kontrolliert sie die Hörgeräte, damit die Einstellungen noch stimmen und die korrekte Funktionalität sichergestellt ist. Zudem führt sie verschiedene Hörtests durch, um den Trainingserfolg zu protokollieren und die Hörgeräte nochmals korrekt einzustellen. Sie motiviert die junge Frau, genau so weiter zu machen, auch mit den nun folgenden schwereren Aufgaben. Dann verabschieden sich die Frauen voneinander.

Mit diesem Verlauf glücklich, trainiert die junge Frau auch die weitere Woche. Die Aufgaben fordern sie wirklich, nicht alles schafft sie fehlerfrei. Doch sie merkt, dass ihr Hörvermögen besser wird. Ihre Familie und Freundinnen haben ihr das schon mitgeteilt. Schließlich ist die Woche vorüber und der nächste Termin beim Akustiker steht an. Erfreut berichtet die junge Frau von ihren positiven Erfahrungen.

Lebensqualität wiedererlangen

Erneute Hörmessungen bestätigen den positiven Trainingsverlauf. Anschließend spricht die Beraterin mit der jungen Frau über ihre weiteren Hörziele und was ihr während des Trainings positiv, aber auch negativ aufgefallen ist. Welche Wünsche sie sonst noch an das Hören und Tragen der Hörgeräte hat, möchte die Beraterin wissen. Es ist ein angenehmes Gespräch, das sie immer näher an ihre eigenen Hörgeräte und noch weiter an die wieder gewonnene hohe Lebensqualität führt.

Im Verlauf dieses Gespräches kann die junge Frau verstehen, welche Möglichkeiten gute Hörgeräte bieten, um ein entspanntes ganztägiges Tragen zu ermöglichen. Wichtig ist ihr, einen großen Frequenzbereich zu haben, um möglichst geringen Hörstress zu erfahren. „Sonst wäre ich ja wieder am Anfang“, sagt die junge Frau der Beraterin, welche zustimmt. Daneben gibt es sinnvolles Zubehör, zum Beispiel zum Telefonieren und zum induktiven Hören in großen Räumen.

Die Beraterin passt die Trainingshörgeräte entsprechend der Erkenntnisse aus dem Gespräch an. Mit dieser neuen Einstellung kann die junge Frau testen, wie sie damit im Alltag zurechtkommt. Im nächsten Termin beschreibt sie ihre Erfahrungen damit und entscheidet sich nun für ihre Hörgeräte. Die unterschiedlichen Qualitäten kann sie nun sogar selbst hören, wodurch ihr die Wahl wesentlich leichter fällt.

Glücklich und zufrieden geht die junge Frau nach Hause. Ihr Alltag ist wieder schön, sie hat wesentlich mehr Energie, ist häufiger unter ihren Kollegen und Kolleginnen und hat Freude bei ihren Kundenterminen. Die junge Frau ist fit und fühlt sich wieder komplett. ‚Das war wesentlich besser als eine Psychotherapie‘, denkt sie sich und freut sich, diesen Weg gegangen zu sein.


„Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren. Erstmalig angewandt im Jahr 2006, haben mittlerweile über 30.000 Menschen die terzo®Gehörtherapie genutzt. Sie können sich in einem der deutschlandweit vertretenen terzo-Zentren beraten und für ihre Behandlung aus einem Angebot herstellerüber-greifender Hörgeräte aller Leistungsklassen wählen. www.terzo-zentrum.de